{"id":97846,"date":"2024-02-06T14:44:00","date_gmt":"2024-02-06T13:44:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=97846"},"modified":"2024-04-16T13:00:00","modified_gmt":"2024-04-16T11:00:00","slug":"zirkulaer-wirtschaften","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/97846\/zirkulaer-wirtschaften\/","title":{"rendered":"Kreis statt Krise: Wieso zirkul\u00e4r Wirtschaften k\u00fcnftig eine Schl\u00fcsselrolle spielt"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Was hei\u00dft das eigentlich, \u201ezirkul\u00e4r wirtschaften\u201c?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Unser globaler Verbrauch von Ressourcen steigt kontinuierlich \u2013 gleichzeitig sind diese verf\u00fcgbaren nat\u00fcrlichen Ressourcen begrenzt: wir sto\u00dfen also an planetare Grenzen. &#8222;Zirkul\u00e4r wirtschaften&#8220; ist ein nachhaltiger Ansatz, bei dem Ressourcen so effizient wie m\u00f6glich genutzt und Abf\u00e4lle minimiert werden. Dahinter steht die Idee, dass Produkte und Materialien in einem geschlossenen Kreislauf gehalten werden, anstatt nach einmaliger Verwendung als Abfall zu enden: Genau wie in der Natur ist jeder Abfall zugleich Ausgangsmaterial f\u00fcr etwas Neues.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr m\u00fcssen Produkte von Anfang an so konzipiert werden, dass sie eine m\u00f6glichst lange Lebensdauer haben, Teile sp\u00e4ter f\u00fcr eine Wiederverwendung geeignet sind und gegebenenfalls recycelt werden k\u00f6nnen. Das Ziel dabei ist es, einen verantwortungsvollen Umgang mit begrenzten Ressourcen zu gew\u00e4hrleisten, der \u00f6kologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcnchen bis 2035 klimaneutral<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Warum besch\u00e4ftigt Ihr Euch gerade so intensiv mit dem Thema?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Der M\u00fcnchner Stadtrat hat schon 2019 beschlossen, dass M\u00fcnchen bis 2035 klimaneutral sein soll. Dabei spielt das Thema Zirkularit\u00e4t eine Schl\u00fcsselrolle. Im November 2023 wurde der <a href=\"https:\/\/www.circularity-gap.world\/munich\">Circularity Gap Report<\/a> f\u00fcr M\u00fcnchen ver\u00f6ffentlicht. Die Zahlen machen deutlich, dass wir noch am Anfang einer notwendigen Transformation stehen: im Durchschnitt verbraucht jeder M\u00fcnchner 32 Tonnen jungfr\u00e4uliches Material pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Bericht sch\u00e4tzt, dass von allen Materialien, die von der lokalen Wirtschaft j\u00e4hrlich verbraucht werden, 2,4% recycelte Materialien sind. Wir m\u00fcssen also Wege finden, Ressourcen nicht als \u201eEinweg-Material\u201c zu verwenden, sondern als wiederverwendbaren Werkstoff immer wieder neu nutzbar zu machen. In der Kultur- und Kreativwirtschaft gibt es viele spannende L\u00f6sungsans\u00e4tze, beispielsweise die <a href=\"http:\/\/www.idrv.org\/cdr\/\">Circular Design Rules<\/a> des Institute of Design Research in Wien. Unsere Branche muss sich also einerseits selbst ver\u00e4ndern, kann aber gleichzeitig auch wesentlich zu der gesellschaftlichen Transformation beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em>Wie kreislauff\u00e4hig ist die Kultur- und Kreativwirtschaft?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Die Kreislauff\u00e4higkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft ist aufgrund der Heterogenit\u00e4t der Branche sehr differenziert zu betrachten. In einigen gestalterischen Teilbranchen wie beispielsweise in der Bildenden Kunst und im Design steigt das Bewusstsein, dass Rohstoffe nicht zwingend jungfr\u00e4ulich und unber\u00fchrt sein m\u00fcssen. Dadurch wird vermehrt auf die Wiederverwendung von Materialien und Upcycling gesetzt. Gleichzeitig stehen wir beispielsweise im Bereich Mode vor einer gro\u00dfen Herausforderung. Wir vom Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft haben in M\u00fcnchen daher ab 2024 vom Stadtrat den Auftrag bekommen, den M\u00fcnchner Modepreis als \u201eFair und Sustainable Fashion Award\u201c neu aufstellen und dabei neben der gestalterischen Qualit\u00e4t von ModedesignerInnen auch technologische Nachhaltigkeitsl\u00f6sungen auszeichnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-1200x900.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-97864\" width=\"563\" height=\"422\" srcset=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-1200x900.jpg 1200w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-600x450.jpg 600w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-768x576.jpg 768w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-2048x1536.jpg 2048w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-880x660.jpg 880w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-440x330.jpg 440w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-800x600.jpg 800w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-400x300.jpg 400w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/Foto-Susanne-Mitterer-Credit-Anne-Gericke-200x150.jpg 200w\" sizes=\"(max-width: 563px) 100vw, 563px\" \/><\/a><figcaption>Unsere Interviewpartnerin, Susanne Mitterer, stellvertretende Leiterin im Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt M\u00fcnchen.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Digitale Produkte kreislauff\u00e4hig und zirkul\u00e4r<\/h2>\n\n\n\n<p>In der Veranstaltungsbranche wurden bundesweit spannende Pilotprojekte realisiert, die das Thema &#8218;Zirkul\u00e4r Wirtschaften&#8216; f\u00fcr gro\u00dfe Konzerte und Veranstaltungen umsetzen, beispielsweise das <a href=\"https:\/\/labor-tempelhof.org\/\">Labor Tempelhof<\/a>. Hier haben die Veranstaltenden zusammen mit den Bands bei Konzerten der \u00c4rzte und der Toten Hosen das Thema \u201eCradle to Cradle\u201c konsequent umgesetzt und geben jetzt ihre Erfahrungen und Tipps in die Szene weiter.<\/p>\n\n\n\n<p>Digitale Medien und Produkte, die einen gro\u00dfen Teil der Kultur- und Kreativwirtschaft ausmachen, sind in gewisser Weise kreislauff\u00e4hig. Digitale Inhalte k\u00f6nnen unbegrenzt reproduziert werden, was den Bedarf an physischen Ressourcen reduziert. Viele kreative Unternehmen setzen auf kollaborative Ans\u00e4tze und das Teilen von Ressourcen, sei es durch Coworking-Spaces oder durch gemeinsame Nutzung von Produktionsausr\u00fcstung. Bei dieser Art der \u201esharing economy\u201c war und ist die Kultur- und Kreativwirtschaft schon seit langem Vorreiter.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Manche Unternehmen stellen keine ressourcenintensiven Produkte her, oder sind eher als Dienstleister aufgestellt. Spielt Zirkularit\u00e4t hier auch eine Rolle?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Oft schauen wir zun\u00e4chst auf den CO2-Fu\u00dfabdruck: wie sieht der Company-Carbon-Footprint eines Unternehmens aus? Wo k\u00f6nnen Ressourcen und Energie eingespart werden? Daneben gibt es aber auch den Handabdruck, den Impact: wie kann man zu einer positiven \u00c4nderung auf gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene beitragen? Gerade hier haben Kultur- und Kreativschaffende oft eine gro\u00dfe St\u00e4rke. Als Selbst\u00e4ndige, als UnternehmerIn kann ich \u00fcberlegen, ob und wie ich durch mein Handeln andere inspiriere.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Impact und CO2-Fu\u00dfabdruck<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein konkretes Beispiel: Der junge Verlag <a href=\"https:\/\/und-toechter.de\/\">&amp;t\u00f6chter<\/a> hat sich vorgenommen, das Verlegen neu zu denken. Die Inhalte im Verlagsprogramm umfassen aktuelle gesellschaftliche und \u00f6kologische Themen unserer Zeit. Daf\u00fcr haben sie eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, und sind seit letztem Jahr Preistr\u00e4gerinnen des Deutschen Verlagspreises 2023. Damit leisten sie einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung und geben Impulse. Auf der anderen Seite sind B\u00fccher als materielles Produkt weniger umweltfreundlich als man denkt: beim Recycling von Drucksachen bleiben teils bedenkliche Stoffe zur\u00fcck. Die Verlegerinnen von &amp;t\u00f6chter streben eine m\u00f6glichst nachhaltige Produktion ihrer B\u00fccher an, aber wirklich streng \u201eCradle to cradle\u201c sind nur zwei B\u00fccher. In diesem Beispiel gilt es, den Impact, die Wirkung der B\u00fccher, abzuw\u00e4gen gegen die Umweltbelastung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em>Was braucht es, um den positiven Impact der Branche auch anderen zug\u00e4nglich zu machen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Die Kultur- und Kreativwirtschaft kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, die Etablierung zirkul\u00e4ren Wirtschaftens in anderen Branchen zu unterst\u00fctzen. Wenn DesignerInnen fr\u00fchzeitig in der Produktentwicklung eingebunden sind, k\u00f6nnen sie als Impulsgeber f\u00fcr innovative Designans\u00e4tze wirken, in denen zum Beispiel bereits eine Wieder- oder Zweitverwendung im Produktentwicklungsprozess mitgedacht und \u2011gestaltet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch beim Thema Bewusstseinsbildung kann die Branche als Vermittler auftreten und eine Br\u00fccke zwischen Unternehmen und Verbrauchern bilden: durch Kommunikation, kreative Kampagnen, Schaffung von Emotionen und Bildern. Das macht komplexe Konzepte zug\u00e4nglicher und verdeutlicht die Vorteile eines nachhaltigen Wirtschaftens und Lebens.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf <a href=\"https:\/\/kreativ-bund.de\/creative-lab-7-kreislaufwirtschaft\">Bundesebene<\/a> l\u00e4uft gerade ein Creative-Lab zum Thema \u201eKreislaufwirtschaft\u201c in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Hier werden mit Unternehmen und Kreativschaffenden neue branchen\u00fcbergreifende L\u00f6sungsans\u00e4tze entwickelt \u2013 cross-sektoral.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zirkul\u00e4r Wirtschaften: konkrete Schritte f\u00fcr Startups<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em>Was k\u00f6nnten erste Schritte sein, um sein eigenes Gesch\u00e4ftsmodell nachhaltiger und zirkul\u00e4rer zu gestalten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Die Umstellung auf ein nachhaltigeres oder sogar zirkul\u00e4res Gesch\u00e4ftsmodell erfordert oft schrittweise Anpassungen. Erste Schritte k\u00f6nnten zum Beispiel die Durchf\u00fchrung einer \u00d6kobilanz sein. Daf\u00fcr gibt es mittlerweile viele Check-Apps und CO2-Rechner. Auch die Stadt M\u00fcnchen bietet mit dem Programm <a href=\"https:\/\/www.munich-business.eu\/standort-muenchen\/klimaschutz-ressourcen\/muenchenklima.html\">M\u00fcnchenklima<\/a> Beratungen an, die f\u00fcr Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitenden kostenlos sind. Das hilft zu verstehen, wo der gr\u00f6\u00dfte Hebel in der eigenen Arbeit liegt \u2013 und wo man mit leistbarem Aufwand erste Schritte gehen kann. Wichtig ist es, hier M\u00f6glichkeiten und Wege zu suchen und \u201eins Tun zu kommen\u201c, und das Thema nicht wie einen riesigen Berg zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>Spannend wird es, wenn man zum Beispiel im Produktdesign das eigene Gesch\u00e4ftsmodell einmal anschaut und mutig gegen den Strich k\u00e4mmt. Was passiert nach dem Gebrauch mit einem Produkt? Kann ich es modular aufbauen oder zerlegbar? Verkaufe ich einen Gegenstand an sich, oder kann ich nur den Gebrauch selbst als Leasing- oder sharing-Modell anbieten? Solche Ans\u00e4tze werden gerade vielfach erprobt, beispielsweise wenn Mode zur Miete statt zum Kauf angeboten wird. Oder wenn E-Bikes so entwickelt werden, dass die einzelnen Komponenten wieder aufbereitet und neu eingesetzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Schl\u00fcssel besteht nicht darin, gleich alles perfekt zirkul\u00e4r zu gestalten, sondern Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil des eigenen Gesch\u00e4ftsmodells zu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Nachhaltigkeit als Bestandteil des Gesch\u00e4ftsmodells<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Wo siehst du Fallstricke beim Umsetzen von zirkul\u00e4ren Gesch\u00e4ftsmodellen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Beim Umsetzen von zirkul\u00e4ren Gesch\u00e4ftsmodellen gibt es viele Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Zirkul\u00e4res Wirtschaften erfordert oft eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten, R\u00fccknahmesystemen und Recyclinganlagen. Die Komplexit\u00e4t der Lieferkette kann eine Umsetzung erschweren, insbesondere wenn diese nicht ausreichend transparent oder flexibel ist. Oder die notwendigen R\u00fccknahmesysteme sind nicht fl\u00e4chendeckend vorhanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Und: Die Umstellung auf zirkul\u00e4res Wirtschaften kann anf\u00e4nglich h\u00f6here Investitionen erfordern. Unternehmen m\u00fcssen m\u00f6glicherweise in neue Technologien, Recyclinginfrastrukturen oder Schulungsprogramme f\u00fcr Mitarbeitende und Marketingaktionen f\u00fcr Kunden investieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine dritte Herausforderung sind wir \u2013 die KundInnen. Wir sind als Gesellschaft gewohnt, dass Produkte und Verpackungen ohne R\u00fccksicht auf anfallenden Abfall entwickelt wurden. Und wir m\u00fcssen jetzt lernen zu akzeptieren, dass ein Buch auch wertvoll ist, das nicht in Folie eingeschwei\u00dft ist. Wir m\u00fcssen bereit sein, Produkte wieder zur\u00fcck in den Produktionszyklus zu bringen und nicht einfach wegzuwerfen. Und wir m\u00fcssen uns von der Gewohnheit verabschieden, dass Gebrauchtes, Wiederverwertetes weniger wert ist als Neuware aus neuen Materialien. Als KreativschaffendeR, als Unternehmen muss man also auch die KundInnen mit auf den Weg der Zirkularit\u00e4t nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt kommt es auf die Bereitschaft an, langfristige Ziele \u00fcber kurzfristige Herausforderungen zu stellen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Finanzielle Anreize wichtig<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em>Was muss sich in der Gesetzgebung \u00e4ndern, damit Startups zirkul\u00e4res Wirtschaften besser integrieren k\u00f6nnen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Susanne Mitterer: <\/em>Ganz oben steht sicherlich die Einf\u00fchrung von finanziellen Anreizen wie Steuerverg\u00fcnstigungen, F\u00f6rdermittel oder anderen finanziellen Anreize, um Startups zu motivieren, zirkul\u00e4r zu handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Filmbranche wurden zum 1. Juli 2023 <a href=\"https:\/\/www.green-motion.org\/oekologische-standards\/\">\u00f6kologische Mindeststandards<\/a> ver\u00f6ffentlicht, die eingehalten werden m\u00fcssen, um eine Filmf\u00f6rderung zu bekommen. Das ist ein effizienter Ansatz, bei dem Filmf\u00f6rderung, ProduzentInnen und Sender an einem Strang gezogen haben. Dadurch entsteht jetzt auch ein neuer Markt f\u00fcr Unternehmen, die mit innovativen L\u00f6sungen erm\u00f6glichen, diese neuen Vorgaben zu erf\u00fcllen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da viele Startups global agieren, k\u00f6nnte auch die Entwicklung von einheitlichen Standards und Vorschriften f\u00fcr die zirkul\u00e4re Wirtschaft helfen. Nur wenn bereits bei der Entwicklung eines Produktes oder eines Geb\u00e4udes genau dokumentiert wird, welche Materialen wie verbaut wurden, und dabei auf eine sp\u00e4tere Trennbarkeit geachtet wird, k\u00f6nnen sie sp\u00e4ter zirkul\u00e4r genutzt werden. Aktuell liegen diese \u201eLasten\u201c in der Verantwortung des einzelnen Unternehmens, obwohl mit zirkul\u00e4rem Wirtschaften ein Mehrwert f\u00fcr alle entsteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein bewusster Umgang mit Ressourcen muss zum Regelfall werden, nicht nur lobenswerten Ausnahme. Also: Kreis statt Krise!<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator is-style-wide\" \/>\n\n\n\n<p><em>Das Interview &#8222;Kreis statt Krise: Wieso zirkul\u00e4r Wirtschaften k\u00fcnftig eine Schl\u00fcsselrolle spielt&#8220; ist Auftakt zu einer Reihe. Wir stellen Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft vor, die Vorreiter beim Integrieren von Konzepten der Kreislaufwirtschaft in ihr Gesch\u00e4ftsmodell sind. <\/em><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"\/en\/98189\/akjumii-kreislaufwirtschaft\/\">Wie Akjumii Kreislaufwirtschaft ins Gesch\u00e4ftsmodell einwebt<\/a><\/li><li><a href=\"\/en\/98170\/mungenast-morroni-kreislaufwirtschaft\/\">Innovative Materialien, Tech und Architektur: Nachhaltige Fassaden mit Mungenast \/ Morroni<\/a><\/li><li><a href=\"\/en\/98481\/zurueck-kreislaufwirtschaft\/\">Designerst\u00fcck statt M\u00fcll: Wie ZUR\u00dcCK Unternehmen bei Zero-Waste-Projekten hilft<\/a><\/li><\/ul>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Startups k\u00f6nnen davon profitieren, wenn sie Konzepte der Kreislaufwirtschaft in ihr Gesch\u00e4ftsmodell integrieren. Doch wie kann das konkret aussehen? In der Kultur- und Kreativwirtschaft sind seit langem innovative Ideen und praxisnahe Konzepte f\u00fcr zirkul\u00e4res Wirtschaften zu finden. Das zeigt sich in Bereichen wie Produkt- und Materialdesign, in der Film- und Veranstaltungsindustrie ebenso wie in der Modebranche. Die Kultur- und Kreativwirtschaft setzt wegweisende Impulse, die branchen\u00fcbergreifenden Impact liefern. Wir haben dazu ein Interview mit Susanne Mitterer, der stellvertretenden Leiterin im Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft der Landeshauptstadt M\u00fcnchen, gef\u00fchrt. <\/p>","protected":false},"author":22,"featured_media":97860,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1091,5133,1],"tags":[3383,1573,4711,83],"class_list":["post-97846","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-good-to-know","category-how-to","category-news","tag-impact","tag-kompetenzteam-kultur-und-kreativwirtschaft-der-landeshauptstadt-muenchen","tag-kreislaufwirtschaft","tag-nachhaltigkeit"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Kreis statt Krise: Wieso zirkul\u00e4r Wirtschaften k\u00fcnftig eine Schl\u00fcsselrolle spielt - Munich Startup<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Wie k\u00f6nnen Startups profitieren, wenn sie zirkul\u00e4r Wirtschaften und Konzepte der Kreislaufwirtschaft in ihr Gesch\u00e4ftsmodell integrieren?\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/97846\/zirkulaer-wirtschaften\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kreis statt Krise: Wieso zirkul\u00e4r Wirtschaften k\u00fcnftig eine Schl\u00fcsselrolle spielt - 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