{"id":92854,"date":"2023-07-24T08:00:00","date_gmt":"2023-07-24T06:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=92854"},"modified":"2024-01-09T11:02:45","modified_gmt":"2024-01-09T10:02:45","slug":"protegg-7-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/92854\/protegg-7-fragen\/","title":{"rendered":"Protegg: Reststoffe in Rohstoffe transfomieren"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em> Was macht Euer Startup? Welches Problem l\u00f6st Ihr?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> Bei uns dreht sich alles um zwei Dinge: Gr\u00fcne Innovation und Kreislauff\u00e4higkeit! Protegg besch\u00e4ftigt sich mit der Transformation der ungenutzten Industriereststoffe H\u00fchnereimembran und H\u00fchnereischale in die neuartigen, standardisierten Rohstoffen ESM (Eggshell Membrane) und Calciumkarbonat\/Kalk.<\/p>\n\n\n\n<p>Protegg ist die erste Firma weltweit die aus ESM Bioplastiken herstellen kann. Diese k\u00f6nnen nicht nur erd\u00f6lbasierten Kunststoff substituieren, sondern insbesondere als Tr\u00e4germaterial f\u00fcr technische Anwendungen im Bereich Sensorik agieren. Mittels dieser besonderen Tr\u00e4germaterialeigenschaften hat Protegg beispielsweise den weltweit ersten physischen DNA Token entwickelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die einzigartigen F\u00e4higkeiten der Patent Pending Protegg Bioplastik erm\u00f6glichen es, synthetische DNA mit definierter Information in dieses Bioplastik funktional zu integrieren. Es entsteht ein nicht f\u00e4lschbarer DNA Token, der \u00fcber 100 Jahre hinweg die in ihm abgelegte Informationen sch\u00fctzen, auslesbar halten und in beliebiger Form in Produkte jeglicher Art integrieren kann. Auch andere Sensoren befinden sich aktuell in der Entwicklung, vornehmlich im Bereich Wasseranalyse und Bodenanalyse.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus bietet Protegg eine nachhaltige Alternative zu kommerziellem Kalk. Das von uns aus der Schale gewonnene biogene Calciumkarbonat kann in verschiedenen Bereichen wie D\u00fcnger, F\u00fcllstoff f\u00fcr Kunststoffe, Bauindustrie, Kosmetikindustrie und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum all das? Wir m\u00f6chten investierte Energie wieder nutzbar machen, Reststoffe in hochwertige Rohstoffe transformieren und so das Thema Kreislauff\u00e4higkeit und Impact aktiv bewerben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Reststoffe von Eiern bislang weitgehendst ungenutzt<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em><\/strong> <strong>Aber das gibt\u2019s doch schon l\u00e4ngst!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> Tats\u00e4chlich wird der Massenreststoff Eierschale und Eierschalenmembran derzeit nicht im Sinne der <a href=\"\/en\/tag\/circular-economy\/\">Kreislaufwirtschaft<\/a> genutzt. Es wurde jedoch in einigen Forschungsarbeiten gezeigt, dass diese Reststoffe ein enormes Potenzial haben. Aktuell gibt es keine Unternehmungen, die diesen Massenreststoff global in standardisierte Rohstoffe umwandeln und innovative Produkte daraus herstellen. Und das obwohl Eier auf der ganzen Welt anfallen!<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em><\/strong> <strong>Was ist Eure Gr\u00fcndungsstory?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> Das Projekt begann bereits im Jahr 2018. Einer der Gr\u00fcnder von Protegg, Fabian, identifizierte den ungenutzten Massenreststoff und begann zun\u00e4chst mit ersten experimentellen Materialversuchen in seiner K\u00fcche. Sein Fokus lag hier insbesondere auf der Eierschalenmembran, ein hochinteressantes Proteingemisch mit einzigartigen Materialeigenschaften. Mit vielversprechenden Materialentwicklungen im Gep\u00e4ck traf Fabian im Jahr 2020 auf Markus, den zweiten Gr\u00fcnder von Protegg. Die kreative und erfinderische St\u00e4rke von Fabian sowie die strategische und unternehmerische St\u00e4rke von Markus harmonierten von Anfang an und bilden heute das Fundament des Unternehmens.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam bauten Fabian und Markus ein starkes Netzwerk in allen relevanten Bereichen auf, gewannen ihren ersten Preis 2021 bei PlanB \u2013 Biobasiert in Straubing, begannen die Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut IGB und gr\u00fcndeten schlie\u00dflich im April 2022 die Protegg GmbH. Bereits heute steht die erste Pilotanlage bei unserem Partner aus der Eierverarbeitungsindustrie, in der der Reststoff in standardisierte Rohstoffe transformiert wird und diese f\u00fcr den Markt verf\u00fcgbar macht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em><\/strong> <strong>Was waren bisher Eure gr\u00f6\u00dften Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> Wir haben uns mit der Einf\u00fchrung neuer Rohstoffe in den Rohstoffmarkt eine sehr gro\u00dfe Herausforderung geschaffen. ESM ist ein komplett neuer Rohstoff, das Bioplastik aus ESM eine Weltneuheit und es gilt, Stakeholder aus allen Lagern zun\u00e4chst zum Ausprobieren und zum Einsatz neuartiger Rohstoffe und Applikationen zu \u00fcberzeugen. H\u00e4ufig haben sich, insbesondere bei Gro\u00dfunternehmen, Gewohnheiten und Marotten eingeschlichen, die keine optimale Grundlage f\u00fcr Innovations- und Technikoffenheit bildet. Wir arbeiten kontinuierlich daran, zu zeigen, dass unser Material und unsere Unternehmung technisch und strategisch mindestens mit dem Status Quo mithalten kann und freuen uns auf erste \u201emutige\u201c Stakeholder, die sich die tollen Vorteile neuer kreislauff\u00e4higer Materialien zu Nutze machen m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em><\/strong> <strong>Wo m\u00f6chtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in f\u00fcnf Jahren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> In einem Jahr planen wir mit diversen Separationsanlagen in Deutschland und Mitteleuropa. Wir vertreiben den anfallenden biogenen Kalk an interessierte Unternehmen aus dem Bereich F\u00fcllstoffindustrie und Baustoffindustrie.<br>Unsere innovativen Produkte, wie der DNA Token f\u00fcr die Brand Protection, entwickeln wir mit einem oder mehreren Pilotpartnern anhand der unterschiedlich definierten Bedarfe der Unternehmen und vertreiben erste Kleinserien.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch unsere weiteren Sensoren, die aktuell 2023 entwickelt werden, finden bereits erste Einsatzorte und erm\u00f6glichen die Substitution von klassischem Plastik in der Sensorikindustrie.<\/p>\n\n\n\n<p>Innerhalb von f\u00fcnf Jahren streben wir an, unser entwickeltes Separationsverfahren in allen deutschen Eierverarbeitungsindustrien zu implementieren und in Europa weiter zu wachsen, um die ungenutzten Reststoffmengen in Deutschland &nbsp;m\u00f6glichst komplett zu erfassen. Nachdem wir unsere Separationstechnologie erfolgreich in Deutschland etabliert haben, ist der n\u00e4chste logische Schritt f\u00fcr uns in L\u00e4nder auch au\u00dferhalb Europas zu expandieren in denen die Reststoffmengen um ein Vielfaches h\u00f6her sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Hinblick auf die Entwicklung von Produkten aus dem Rohstoff Eierschalenmembran m\u00f6chten wir in f\u00fcnf Jahren weitere nachhaltige Biosensoren auf dem Markt platzieren. Zus\u00e4tzlich sollen die ersten Pilotkunden mit der neu entwickelten Lebensmittelverpackung aus Eierschalenmembran ausgestattet werden, um nicht nur innovative Produkte aus diesem Rohstoff auf den Markt zu bringen, sondern auch erd\u00f6lbasierte Massenprodukte zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">T\u00e4glich 12.000 Tonnen Reststoffe, die umgewandelt werden k\u00f6nnen<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em><\/strong> <strong>Wie habt Ihr den Startup-Standort M\u00fcnchen bisher erlebt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> Wir haben bisher in M\u00fcnchen tats\u00e4chlich relativ wenig erlebt, m\u00f6chten uns aber zuk\u00fcnftig in lokale Projekte und Networking Events st\u00e4rker einbringen. Seit geraumer Zeit sind wir gut in Netzwerke rund um den Biocampus in Straubing und das TGZ integriert. Straubing entwickelt sich seit einigen Jahren pr\u00e4chtig im Bereich Bioeconomy Startups. Vielleicht lassen sich die beiden Standorte zielf\u00fchrend verbinden, das w\u00e4re sicherlich ein Gewinn f\u00fcr alle Beteiligten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup:<\/em><\/strong> <strong>Hidden Champion oder Shooting Star?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Protegg:<\/em> Hidden Champion! Unser Ziel ist es, den weltweit anfallenden Massenreststoff von Eierschalen und Eierschalenmembranen mithilfe unserer Technologie zu verwerten. T\u00e4glich werden weltweit 3,8 Milliarden Eier produziert, von denen 1,2 Milliarden industriell verarbeitet werden. Dies bedeutet, dass t\u00e4glich 12.000 Tonnen Reststoffe anfallen. Die Umwandlung dieser Reststoffmenge in nutzbare Rohstoffe ist der Weg in eine ressourcenschonende Zukunft!<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>T\u00e4glich fallen 12.000 Tonnen Reststoffe in der Eierproduktion an. Das M\u00fcnchner Startup Protegg stellt sich der Herausforderung, diese Massenreststoffe in neue Rohstoffe zu verwandeln, ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Im Interview erkl\u00e4ren uns die Gr\u00fcnder Markus Johanning und Fabian H\u00fctter, was genau ihr Plan ist. <\/p>","protected":false},"author":24,"featured_media":92857,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5132,4074,1083],"tags":[1206,371,3383,4711,4914],"class_list":["post-92854","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","category-startups","category-startup-stories","tag-7-fragen-an","tag-biotech","tag-impact","tag-kreislaufwirtschaft","tag-protegg"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Protegg: Reststoffe in Rohstoffe transfomieren - Munich Startup<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"T\u00e4glich fallen Tonnen an Reststoffen in der Eierproduktion an. 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