{"id":92619,"date":"2023-07-10T09:11:00","date_gmt":"2023-07-10T07:11:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=92619"},"modified":"2023-11-15T10:59:35","modified_gmt":"2023-11-15T09:59:35","slug":"munich-quantum-instruments-7-fragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/92619\/munich-quantum-instruments-7-fragen\/","title":{"rendered":"Munich Quantum Instruments: Quanten-Hardware made in Munich"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Was macht Euer Startup? Welches Problem l\u00f6st Ihr?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sven Ernst, Munich Quantum Instruments<\/em>: Wir sind Munich Quantum Instruments, kurz MQI, und <a href=\"https:\/\/munich-quantum-instruments.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">wir bauen Messger\u00e4te zur Detektion von Lichtteilchen (Photonen)<\/a>. Unsere Einzelphotonendetektoren k\u00f6nnen in vielen verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, vor allem aber in der Quantentechnologie. Sie umfasst auch optisches Quantencomputing, wo unsere Sensoren benutzt werden, um Informationen m\u00f6glichst akkurat auslesen zu k\u00f6nnen. Aber auch in Bereichen wie Deep Space Optical Communication, also Kommunikation mit Satelliten, die sehr weit weg von der Erde sind, finden unsere Sensoren Anwendung. Hier wollen wir zusammen mit der ESA einen speziellen Sensor entwickeln, der die Datenraten und auch die Entfernung deutlich erh\u00f6hen kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein anderer Bereich, den wir uns anschauen, ist Quantum Key Distribution. Diese Technologie kann abh\u00f6rsichere Kommunikation erm\u00f6glichen. Hierf\u00fcr muss der Sensor in andere Richtungen spezialisiert werden, was wir in einem Projekt mit verschiedenen Partnern derzeit austesten, um einen Prototypen zu entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eWir bauen einen universellen Sensor f\u00fcr Licht\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>Langfristig wollen wir aber auch andere Bereiche mit unseren Sensoren versorgen. So kann man zum Beispiel sehr genaue Messapparaturen bauen, um etwa Pharma-Erzeugnisse zu untersuchen. Auch in der Spektroskopie, wenn es um die Konstellation von verschiedenen Chemikalien geht, wie zum Beispiel CO<sub>2<\/sub> in der Atmosph\u00e4re, kann man das mit unseren Sensoren deutlich besser bestimmen. Wir bauen einen universellen Sensor f\u00fcr Licht, und da gibt es sehr viele Anwendungsbereiche.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Aber das gibt\u2019s doch schon l\u00e4ngst!&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Rasmus Flaschmann, <\/em><em>Munich Quantum Instruments: <\/em>Der gro\u00dfe Vorteil unserer Art von Sensoren ist, dass sie auf einzelne Lichtteilchen sensitiv sind. Und wir kommen Wellenl\u00e4ngenabh\u00e4ngig auf nahezu 100&nbsp;Prozent Effizienz. Das hei\u00dft, man kann sehr genau sagen, ob da ein einzelnes Lichtteilchen war oder nicht. Und das bei einer sehr hohen Zeit-Aufl\u00f6sung, ungef\u00e4hr im Bereich von 20 Pikosekunden. F\u00fcr bestimmte Kommunikationsprotokolle zum Beispiel, wo man sagt \u201eInformation: ja\/nein\u201c, hie\u00dfe das, dass ein einzelnes Lichtteilchen ausreicht, um die Information zu \u00fcbermitteln.<\/p>\n\n\n\n<p>Was wir dar\u00fcber hinaus anders machen wollen als andere Firmen, ist, dass wir Sensoren mit unseren hocheffizienten Einzelphotonendetektoren einem breiteren Markt zug\u00e4nglich machen wollen. Das hei\u00dft, neben der Qualit\u00e4t der einzelnen Sensoren ist vor allen Dingen die Skalierbarkeit f\u00fcr uns von zentraler Bedeutung. So erm\u00f6glicht Munich Quantum Instruments neue Anwendungen der Quantentechnologie in verschiedenen Bereichen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Gr\u00fcndung von Munich Quantum Instruments<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Was ist Eure Gr\u00fcndungsstory?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Rasmus Fleischmann: <\/em>Vor knapp f\u00fcnf Jahren habe ich mit meiner Doktorarbeit angefangen. Und schon relativ am Anfang kam die Idee mit meinem Professor auf, daraus am Ende eine Firma zu machen, was damals nat\u00fcrlich noch sehr weit weg war. Dann kamen im Laufe der Zeit meine Mitgr\u00fcnder Lucio, Chris und auch Sven dazu. Gerade wenn man ein so gro\u00dfes Projekt angeht, ist vor allem ein starkes Team von zentraler Bedeutung und ich denke da sind wir alle sehr froh, dass wir uns gefunden haben und uns aufeinander zu 100 Prozent verlassen k\u00f6nnen. So hat sich unsere gemeinsame Vision St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck entwickelt, dass wir Quantentechnologie in die M\u00e4rkte bringen und diese Weiterentwicklung zusammen gestalten wollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das haben wir dann die letzten Jahre auch gemacht und haben uns im Laufe der Zeit auch bei verschiedenen Programmen beworben, zum Beispiel Xplore von der UnternehmerTUM. Da haben wir gelernt, wie man ein Produkt an die M\u00e4rkte bringt oder wie man ein Businessmodell entwickelt. Und unseren f\u00fcnften Mitgr\u00fcnder haben wir dort auch kennengelernt, Andreas. Er hat auch urspr\u00fcnglich Physik studiert und ist sp\u00e4ter mehr auf die Business-Seite gegangen. Jetzt ist er essenziell f\u00fcr uns, damit wir zum Beispiel auf der Business-Seite deutlich besser vorankommen. Als Ingenieure und Physiker haben wir da jetzt nicht unbedingt die gro\u00dfe Ausbildung.<\/p>\n\n\n\n<p>Anfang letzten Jahres haben wir uns dann f\u00fcr den EXIST Forschungstransfer beworben. Der Bewerbungsprozess hat mehrere Monate gedauert und ungef\u00e4hr Mitte letzten Jahres haben wir dann die Zusage bekommen. Seit dem 1. November 2022 sind wir jetzt offiziell vom EXIST Forschungstransfer gef\u00f6rdert. Ende letzten Jahres haben wir dann noch direkt die GmbH gegr\u00fcndet. Und wie Sven schon gesagt hat, haben wir jetzt erste Pilotprojekte begonnen und weitere in Aussicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u201eMan muss es einfach machen\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Was waren bisher Eure gr\u00f6\u00dften Herausforderungen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Rasmus Flaschmann: <\/em>Was mir pers\u00f6nlich am schwierigsten gefallen ist, war, den besten Moment f\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt zu finden. Denn gerade als Physiker und Ingenieur ist man ja immer auf das Problem fokussiert und darauf, es hier oder da noch besser zu machen. Den perfekten Moment gibt es aber nicht, man muss immer ein St\u00fcck weit wagen und es einfach machen. Und auch die Business-Seite muss nat\u00fcrlich abgearbeitet werden. Denn was bringt einem das beste Produkt, wenn man es nicht verkaufen kann, weil man nicht am Markt ist? Genau deswegen finde ich es auch sehr hilfreich, dass uns mittlerweile Andreas zur Seite steht.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus gibt es die Unsicherheit, welche all dieser Quantenm\u00e4rkte am Ende wirklich funktionieren und wann sie funktionieren. Damit werden wir die n\u00e4chsten Jahre noch zu tun haben. Was uns hilft, ist, dass es M\u00f6glichkeiten gibt, in hybriden Systemen f\u00fcr bestimmte Anwendungen auf unsere Quantensensoren zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Munich Quantum Instruments will Quantenchips in M\u00fcnchen bauen<\/h2>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Wo m\u00f6chtet Ihr in einem Jahr stehen, wo in f\u00fcnf Jahren?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sven Ernst: <\/em>In einem Jahr wollen wir unser Pilotprojekt in einem industriellen Markt, eben Quantencomputing, abgeschlossen haben. Gleichzeitig soll auch der MVP f\u00fcr unseren Nischenmarkt Forschung und Entwicklung fertig sein. Wir wollen dann ein Komplettsystem f\u00fcr unseren Sensor mit Cryostat und Elektronik fertig entwickelt und verkauft haben.<\/p>\n\n\n\n<p>In f\u00fcnf Jahren wollen wir dann im Markt Forschung und Entwicklung mit unseren Standard-Sensoren skaliert haben, so dass wir dort viele Kunden haben und auch viele neue disruptive Applikationen erm\u00f6glichen. Au\u00dferdem wollen wir im industriellen Markt Fu\u00df gefasst haben und in diesem dann weiter skalieren. Dazu geh\u00f6rt auch, dass wir dann eine eigene Fabrikation f\u00fcr unsere Chips aufgebaut haben. Damit k\u00f6nnen wir Munich Quantum Instruments im internationalen Wettbewerb sehr stark positionieren und auch den Standort M\u00fcnchen mit einer Quantum Chip Fabrikation st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Wie habt Ihr den Startup-Standort M\u00fcnchen bisher erlebt?&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Sven Ernst: <\/em>In M\u00fcnchen gibt es viele Angebote, die Startups sehr gut unterst\u00fctzen \u2013 in einige sind wir ja auch selbst involviert, wie eben angesprochen die UnternehmerTUM zum Beispiel. Au\u00dferdem sind wir mit den Venture Quantum Labs in engem Kontakt und tauschen uns aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem <a href=\"\/en\/tag\/munich-quantum-valley\/\">Munich Quantum Valley<\/a> und dem <a href=\"https:\/\/www.mcqst.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Munich Quantum Center for Science and Technology<\/a> (MCQST) haben sich mehrere Institutionen das Ziel gesetzt, M\u00fcnchen zu einem Key Player in Quanten-Technologien zu machen: das Silicon Valley im Bereich Quantum. In der Quantenforschung, Physikforschung, Technologieforschung allgemein war M\u00fcnchen ja schon immer sehr gut. Hier kommt jetzt das Ziel dazu, das auch in Startups und Unternehmen zu bringen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">M\u00fcnchen als Silicon Valley im Bereich Quantum<\/h2>\n\n\n\n<p>Was hier aber noch fehlt ist, dass die Gr\u00fcnderszene im Quanten-Bereich von sich selbst aus Events organisiert. Man kennt nat\u00fcrlich die anderen Startups \u2013 es gibt jetzt noch nicht so viele \u2013 aber es gibt jetzt noch keine zentralen Events, die von den Gr\u00fcndern organisiert werden, weil die sich austauschen wollen. Noch wird alles von den Institutionen gepusht, da w\u00fcrde ich mir ein bisschen mehr Aktivit\u00e4t w\u00fcnschen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Rasmus Flaschmann: <\/em>Was hier auf jeden Fall auch ein wichtiger Punkt ist, sind die n\u00e4chsten Generationen an potenziellen Entwicklern, Physikern und Ingenieuren, gerade auch in den Quanten-Technologien. Und was M\u00fcnchen hier jetzt schon richtig gut macht, ist, mit dem Munich Quantum Center for Science and Technology (MCQST) zum Beispiel Studieng\u00e4nge anzubieten, die genau in diese Richtung gehen. Und das Munich Quantum Valley f\u00f6rdert Forschungseinrichtungen und integriert Firmen in Leuchtturmprojekte. Hier werden sozusagen auf der einen Seite die Gehirne des Landes weiter gef\u00f6rdert und auf der anderen Seite mehr Startups unterst\u00fctzt und Firmen in die Projekte eingebunden. Und das wird noch sehr wichtig werden. Ich kann mir gut vorstellen, dass in zehn Jahren Quantum und M\u00fcnchen untrennbar miteinander verbunden sein werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Munich Startup: <\/em><\/strong><strong>Hidden Champion oder Shooting Star?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>Rasmus Flaschmann: <\/em>Unser Angebot ist ja ein B2B- und kein B2C-Gesch\u00e4ft. Insofern w\u00fcrde ich sagen, eher Hidden Champion. Wir sind diejenigen, die mit der Telekom, mit der ESA, mit wem auch sonst immer zusammenarbeiten. Aber im Bereich Quantum sind wir auch Shootingstar, da wir eben eines der ersten Hardware-Startups sind, die aus M\u00fcnchen heraus Quanten-Hardware anbieten. Wir glauben auf jeden Fall daran, dass in Zukunft die industriellen M\u00e4rkte in Deutschland und Europa Quanten-Hardware made in Munich ausr\u00fcsten.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Quantentechnologien sind in aller Munde und Quantencomputing gilt als die Technologie der Zukunft. Und diese Zukunft wird auch in M\u00fcnchen entwickelt und vor allem gebaut \u2013 zum Beispiel in Form von Sensoren. Das Startup Munich Quantum Instruments etwa entwickelt Einzelphotonendetektoren. Im Interview verraten zwei der Gr\u00fcnder, was ihre Technologie kann und wie sich M\u00fcnchen zum Silicon Valley im Bereich Quantum entwickelt.<\/p>","protected":false},"author":33,"featured_media":92620,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[5132,4074,1083],"tags":[1206,4902,4473],"class_list":["post-92619","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interviews","category-startups","category-startup-stories","tag-7-fragen-an","tag-munich-quantum-instruments","tag-quantentechnologie"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Munich Quantum Instruments: Quanten-Hardware made in Munich - Munich Startup<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Das Startup Munich Quantum Instruments entwickelt Einzelphotonendetektoren f\u00fcr Quantenanwendungen. 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