{"id":88900,"date":"2023-02-06T15:45:00","date_gmt":"2023-02-06T14:45:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=88900"},"modified":"2023-02-07T08:42:34","modified_gmt":"2023-02-07T07:42:34","slug":"dld-tel-aviv-ernaehrung-ki-und-das-ewige-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/88900\/dld-tel-aviv-ernaehrung-ki-und-das-ewige-leben\/","title":{"rendered":"DLD Tel Aviv: Ern\u00e4hrung, KI und das ewige Leben"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p>Der Beginn des dreit\u00e4gigen DLD <a href=\"https:\/\/www.dldtelaviv.com\/2023\/index.php\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Innovation Festival<\/a> in Tel Aviv stand in diesem Jahr unter dem Stern von Cybertech. Denn w\u00e4hrend an Tag 1 die ersten Themen auf der B\u00fchne des DLD verhandelt wurden \u2013 darunter Fragen zur Zukunft der Arbeit, Kreativit\u00e4t und Innovation \u2013 fand parallel die Ausstellung der Cybertech Global statt. In der Messe Tel Aviv konnten die BesucherInnen nicht nur zahlreiche israelische Startups kennenlernen, sondern auch hochkar\u00e4tig besetzten Diskussionen lauschen. Themen waren unter anderem Cyber-Herausforderungen zu Zeiten von Krieg in Europa und das Zusammenspiel zwischen Strafverfolgung und Cyber Security.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonderes Interesse weckte hier die Pr\u00e4sentation von Bryson Payne, Professor an der University of North Georgia und Koordinator des dort angesiedelten Cyber Programs. Er demonstrierte das Hacking eines Autos. Die sich anschlie\u00dfende Diskussion zeigte, dass in Zeiten smarter und aufkommender selbstfahrender Autos deren digitale Sicherheit nicht zu vernachl\u00e4ssigen ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Weitere wichtige Zukunftsthemen wurden am darauffolgenden Tag diskutiert. Von der Messe in das Habima Theater im Herzen der Stadt gewechselt bot sich den TeilnehmerInnen nun eine breite Auswahl. Das Programm entwickelte auf seinen drei B\u00fchnen mehrere Schwerpunkte. Der Morgen konzentrierte sich dabei auf die Nahrungsversorgung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von modifiziertem Saatgut und profitgierigen Konzernen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ein erstes Panel diskutierte zun\u00e4chst die Zukunft der Landwirtschaft. Die Diskutierenden machten hierbei deutlich, dass die Agrarindustrie vor einer doppelten Herausforderung steht. Auf der einen Seite w\u00e4chst die Weltbev\u00f6lkerung stetig weiter, andererseits verschlechtert der sich fortschreitende Klimawandel die Bedingungen f\u00fcr die Landwirtschaft. Die L\u00f6sungen, die die PanelistInnen hierf\u00fcr anboten, speisten sich wenig \u00fcberraschend aus den Portfolios ihrer Unternehmen. So waren mit Salicrop und Better Seeds gleich zwei israelische Unternehmen auf der B\u00fchne, die Saatgut ver\u00e4ndern und modifizieren. Auf diese Weise steigern sie den Ertrag von Nutzpflanzen und machen sie weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Sch\u00e4dlinge sowie anspruchsloser in Sachen Bodenqualit\u00e4t und Wasser. Aber auch die Startups selbst stehen vor Herausforderungen. Denn durch die Saisonalit\u00e4t der Landwirtschaft ist der Go-to-Market in dieser Branche durch ungew\u00f6hnliche Umst\u00e4nde gepr\u00e4gt, die InvestorInnen mit besonderer Geduld erfordern.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein zweites Panel widmete sich dann dem Thema <a href=\"\/en\/tag\/foodtech\/\">Foodtech<\/a>. Die Lebensmittelindustrie kam hierbei denkbar schlecht weg. Denn wie einer der Panel-Teilnehmer ausf\u00fchrte: Das Ziel der Lebensmittelindustrie sei es nicht, alle Menschen zu ern\u00e4hren, sondern ihre Profite zu maximieren. Dies f\u00fchre dazu, dass die Nachfrage nach den Produkten durch den Zusatz von Salz, Fett und anderen Stoffen gesteigert werde, was allerdings zu Lasten der Gesundheit der KonsumentInnen gehe. Deren Ern\u00e4hrungsgewohnheiten seien f\u00fcr rund 70 Prozent der h\u00e4ufigsten Gesundheitsprobleme verantwortlich. Die VerbraucherInnen m\u00fcssten daher mehr Verantwortung f\u00fcr ihre Ern\u00e4hrung \u00fcbernehmen und sich entsprechend bilden. Die Industrie zumindest ein St\u00fcck weit in Schutz nahm hingegen Alon Chan. Er unterst\u00fctzt Lebensmittelkonzerne mit seinem Unternehmen Tastewise Technologies bei der Markforschung und versicherte, dass die Botschaft angekommen sei und die Industrie an neuen Angeboten arbeite.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Traum vom ewigen Leben<\/h2>\n\n\n\n<p>Dem Thema <a href=\"\/en\/tag\/healthtech\/\">Gesundheit<\/a> widmeten sich auch andere Diskussionen. Unter dem Titel \u201eThe Future of Digital Health\u201d diskutierten mehrere Gr\u00fcnderInnen \u2013 beinahe alle ehemalige praktizierende \u00c4rztInnen \u2013 \u00fcber aufkommende Technologien. Eine besondere Perspektive brachte dabei Nirit Pilosof ins Spiel. Die Dozentin an der Collar School of Management der Universit\u00e4t Tel Aviv und gelernte Architektin beschrieb, wie die sich rasant entwickelnden neuen medizinischen L\u00f6sungen auf den Bau neuer Krankenh\u00e4user auswirken. Denn dieser k\u00f6nne bis zu zehn Jahre dauern, so dass bei der Planung L\u00f6sungen ber\u00fccksichtig werden m\u00fcssten, die es noch nicht gebe.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber eine ganz andere Herausforderung sprach der Arzt und Direktor des Think Tanks Millenium Project Jose Cordeiro. In der Szene hat er sich bereits einen Namen als Propagandist des ewigen Lebens gemacht, und auch auf dem DLD in Tel Aviv stellte er seine Ideen vor. Er betrachtet Altern als Krankheit, die man bek\u00e4mpfen m\u00fcsse und auch k\u00f6nne. Vorbild dabei seien sowohl \u201etheoretisch unsterbliche\u201c Krebszellen wie auch bestimmte Quallen. Man m\u00fcsse \u201enur\u201c die Mechaniken entschl\u00fcsseln. Das bringe auch einen anderen Vorteil: da viele Krankheiten, die die Medizin aktuell bek\u00e4mpft, Alterserscheinungen seien, w\u00e4re die Unsterblichkeit eine Entlastung der Gesundheitssysteme. Aktuelle Fortschritte in der Forschung verleiteten ihn zu der Aussage, dass die jetzt geborene Generation nicht mehr alt werden m\u00fcsse. Ausf\u00fchrungen zu den Auswirkungen der Unsterblichkeit auf Gesellschaft, Ern\u00e4hrung und Bev\u00f6lkerungswachstum sparte er sich allerdings.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kritik von K\u00fcnstlerInnen und einem Nobelpreistr\u00e4ger<\/h2>\n\n\n\n<p>F\u00fcr kritische Worte zust\u00e4ndig sahen sich andere RednerInnen. So zum Beispiel der Nobelpreistr\u00e4ger Dan Shechtman. Der Entdecker der Quasikristalle referierte \u00fcber den Unterschied von technologischer Evolution und Revolution. Dabei rief er auch in Erinnerung, dass jede Technologie f\u00fcr gute wie auch schlechte Zwecke eingesetzt werden k\u00f6nne. Bethany Halbreich, Gr\u00fcnderin der Initiative Paint the World, nahm eine ganz konkrete Technologie ins Visier: das Brain Computer Interface. Denn wenn es m\u00f6glich w\u00fcrde, Wissen direkt in das Gehirn einzuspeisen \u2013 sozusagen ohne den Umweg des Lernens \u2013 wie w\u00fcrde eine Gesellschaft mit Wissen umgehen? W\u00fcrde es demokratisiert und allen zug\u00e4nglich gemacht? Oder zur Ware, die verkauft wird? In beiden F\u00e4llen, so Halbreich, w\u00fcrde es jedoch darauf hinauslaufen, dass nicht mehr Wissen Macht ist, sondern Kreativit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ein Blick auf die Quantenzukunft<\/h2>\n\n\n\n<p>Ebenfalls viel um Zukunftsmusik ging es auf dem DLD in Tel Aviv in dem Panel \u201eTech of the Future\u201c. Hier wurden zwei wegweisende Technologien ins Visier genommen: <a href=\"\/en\/tag\/quantentechnologie\/\">Quantentechnologie<\/a> und k\u00fcnstliche Intelligenz. Und wie beide in Zukunft miteinander interagieren w\u00fcrden. Dabei gab Niko Mohr von McKinsey zun\u00e4chst zu bedenken, dass der Bereich \u201eQuantum\u201c nicht nur Quantencomputer umfasse, sondern auch Quantenkommunikation und Quantenmessung. Und dass Europa nur im letzten Bereich mit den USA und China mithalten k\u00f6nne. Dabei nimmt Deutschland allerdings eine besondere Rolle ein: Denn 50 Prozent aller in Europa in Quantentechnologie investierten Mittel stammen aus der Bundesrepublik.<\/p>\n\n\n\n<p>Anschlie\u00dfend wurden verschiedene Herausforderung der Technologie besprochen, die so monumental wie das Feuer oder das Rad werden soll. Denn es fehlen nicht nur zahlreiche SpezialistInnen in dem Gebiet \u2013 auf 800.000 bis 900.000 offene Stellen kommen nur rund 350.000 Uni-AbsolventInnen. Auch die Leistung der bestehenden Quantenrechner sei noch viel zu niedrig, zumindest gemessen an dem, was theoretisch m\u00f6glich w\u00e4re. Zudem fehle nicht nur der One Stop Shop, der Hardware, Betriebssystem und Software zusammenf\u00fchrt, es mangele sogar noch an den entsprechenden Sprachen. Ein Python oder C++ f\u00fcr Quantum existiere noch nicht. Mittelfristig \u2013 so das Fazit der Diskussion \u2013 werde Quantencomputing von sogenannten hybriden Systemen dominiert. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem Quantencomputer und einem herk\u00f6mmlichen, wenn auch extrem leistungsstarken Rechner, der diesen leitet und bedient.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Zukunft der KI liegt in der Ontologie<\/h2>\n\n\n\n<p>In Sachen <a href=\"\/en\/tag\/kuenstliche-intelligenz\/\">k\u00fcnstlicher Intelligenz<\/a> zeigten sich die ExpertInnen auf der B\u00fchne wenig begeistert von Chat GPT. Denn sie verwiesen auf das dem System zugrunde liegende Problem: Die Trainingsdaten des Chatbots basieren auf Daten aus dem Internet. Damit seien seine Antworten nur so zuverl\u00e4ssig wie die Schwarmintelligenz des Netzes. Gibt es keine Antwort auf eine Frage, versagt der Bot \u2013 etwa, indem er Titel nicht-existierender Arbeiten als Quellenangaben zusammenw\u00fcrfelt.<\/p>\n\n\n\n<p>Was der KI hier letztlich fehle, sei ein ontologisches Verst\u00e4ndnis der Begriffe, die sie verwendet. Frage man Chat GPT etwa, wie viele Teel\u00f6ffel Zucker man aus einer Packung nehmen k\u00f6nne, bis diese leer ist, wisse die KI weder, was ein Teel\u00f6ffel noch was Zucker ist. Seine Antwort basiere lediglich auf den Antworten, die Menschen zuvor im Netz auf diese Frage gegeben haben und wiederholt diese. Die n\u00e4chste Stufe der KI m\u00fcsse dies leisten k\u00f6nnen, sei darin aber von funktionierenden Quantencomputern abh\u00e4ngig. Denn nur sie k\u00f6nnten die notwendigen Datenmengen in akzeptabler Zeit verarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Anschluss an die Podiumsdiskussionen verteilte sich der DLD an seinem zweiten Tag \u00fcber die Innenstadt von Tel Aviv. In zahlreichen Bars und Clubs wurde dann \u00fcber verschiedenste Themen referiert und diskutiert, bevor es zur Afterparty ging. Von Themen wie Fakenews \u00fcber Smart City bis hin zum Metaverse war viel geboten. Der besondere Vorteil dabei: Die TeilnehmerInnen konnten direkt im Anschluss mit den ReferentInnen ins Gespr\u00e4ch kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Den Abschluss des Innovations Festivals bildete dann die Unconference am dritten Tag. Bei diesem Konzept gibt es kein festes Programm, stattdessen kann jedeR TeilnehmerIn auf einer der B\u00fchnen referieren oder mit anderen diskutieren. So soll das Publikum selbst entscheiden k\u00f6nnen, welche Themen es f\u00fcr wichtig h\u00e4lt und diese besprechen.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie k\u00f6nnen 10 Milliarden Menschen ern\u00e4hrt werden? Wie entwickelt sich k\u00fcnstliche Intelligenz weiter? Und kann Healthtech den Tod besiegen? Diese und andere Fragen wurden auf dem DLD Innovation Festival in Tel Aviv beantwortet. Wir waren f\u00fcr Euch vor Ort.<\/p>","protected":false},"author":33,"featured_media":88904,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1,5131],"tags":[995,1434],"class_list":["post-88900","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-news","category-oekosystem","tag-dld","tag-israel"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>DLD Tel Aviv: Ern\u00e4hrung, KI und das ewige Leben - Munich Startup<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Auf dem DLD Innovation Festival in Tel Aviv werden zahlreiche Fragen zu Technologien der Zukunft behandelt. 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