{"id":72189,"date":"2021-04-14T12:42:00","date_gmt":"2021-04-14T10:42:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=72189"},"modified":"2022-01-10T08:42:54","modified_gmt":"2022-01-10T07:42:54","slug":"going-global-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/72189\/going-global-italien\/","title":{"rendered":"Going Global: Italien bietet zahlreiche Kunden aus den verschiedensten Sektoren"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\">\n<p>Die Zahl der Startups in Italien w\u00e4chst st\u00e4ndig, sogar w\u00e4hrend der COVID-19-Krise sind zahlreiche neue Unternehmen entstanden: Wurden 2019 noch insgesamt 10.630 Startups im Handelsregister verzeichnet, sind es heute bereits 11.899. Dies entspricht 3,2&nbsp;Prozent aller neu gegr\u00fcndeten Kapitalgesellschaften im vergangenen Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei konzentrieren sich die Jungunternehmen besonders in Norditalien und dort vor allem in der Lombardei, wo mit 26,9 Prozent aller Startups die gr\u00f6\u00dfte Zahl registriert wurde. Das Zentrum der italienischen Startup-Szene stellt die Stadt Mailand dar. Aber auch die Regionen Latium (11,3&nbsp;Prozent aller Startups), Emilia-Romagna (8,6&nbsp;Prozent), Kampanien in S\u00fcditalien sowie Venetien (je 8,2&nbsp;Prozent) k\u00f6nnen aktive \u00d6kosysteme vorweisen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wichtigste Startup-F\u00f6rderer sind dabei die Universit\u00e4ten, allen voran die technischen Hochschulen in Mailand und Turin: So ist laut dem Ranking UBI Global World Rankings of Business Incubators and Accelerators 2019-2020 der von der Stiftung Polytechnikum Mailand (it. <em>Fondazione Politecnico di Milano<\/em>) geleitete Poli-Hub der technischen Hochschule Mailand (it. <em>Politecnico di Milano<\/em>) einer der f\u00fcnf besten universit\u00e4ren Inkubatoren weltweit. Und der Inkubator I3P der technischen Hochschule Turin (it. <em>Politecnico di Torino<\/em>) wurde in dem Report zum besten und leistungsf\u00e4higsten \u00f6ffentlichen Inkubator der Welt gek\u00fcrt. Weitere wichtige Hubs sind zudem der Inkubator B4i an der Mail\u00e4nder Bocconi-Hochschule und der auf die Branchen Food-, Agri- und Traveltech spezialisierte Digital Hub der LUMSA Universit\u00e4t in Rom. Insgesamt sind mehr als 160 private und \u00f6ffentliche Inkubatoren in Italien t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was hat Italien zu bieten?<\/h2>\n\n\n\n<p>Deutsche <a href=\"\/en\/63013\/startup-start-up-unternehmen\/\">Startups<\/a> finden in der italienischen Industrie zahlreiche potenzielle Kunden aus den verschiedensten Sektoren, besonders aber in der f\u00fcr \u201eMade in Italy\u201c typischen Verarbeitung. Je nach Region finden sich dabei unterschiedliche Schwerpunkte: Besonders im Norden ballen sich von Textilien \u00fcber Mechanik bis hin zu Schuhen und Luft- und Raumfahrt verschiedenste Industriezweige. Dabei sticht in der Lombardei vor allem rund um die Stadt Varese eine Konzentration auf Kosmetik-, Getreide- und Gummiprodukte hervor. Im Piemont wiederum finden sich vor allem mechanische Unternehmen und Firmen aus dem Agrar- und Lebensmittelbereich, w\u00e4hrend Ligurien vor allem vom Schiffbau und dem Kunsthandwerk gepr\u00e4gt ist. In Venetien befinden sich Industrien der Produktionsspezialisierung wie etwa Goldschmieden oder Wein und Prosecco. In Friaul sticht dann der Sektor der digitalen Technologien sowie die Lebensmittelindustrie hervor. Im zentralen Bereich des Stiefels sind die Emilia-Romagna mit dem Keramiksektor sowie ihrer Fliesen-, Schuh- und M\u00f6belindustrie zu nennen. Und die Toskana ist bekannt f\u00fcr die florentinischen Lederwaren und den Carrara-Marmor. In S\u00fcditalien schlie\u00dflich gibt es den Pasta-Sektor in Kampanien und das Luft- und Raumfahrtgebiet in Apulien.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus bietet das Land dank des 2016 erstellten Industrieplans neue Gesch\u00e4ftschancen im digitalen Sektor f\u00fcr die oben genannten verarbeitenden Industrien. Denn zusammen mit den Reformen hat die italienische Regierung auch zahlreiche finanzielle Anreize eingef\u00fchrt, die darauf abzielen, die Attraktivit\u00e4t Italiens f\u00fcr ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen zu erh\u00f6hen. Dabei sollen Gebiete mit industriellen Krisen unterst\u00fctzt und Aktivit\u00e4ten in der Forschung und Entwicklung sowie das Wachstum innovativer Unternehmen gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Markenzeichen \u201eMade in Italy\u201c<\/h2>\n\n\n\n<p>In Italien aktiv zu sein bedeutet, sich Zugang zum Unternehmens-Know-how und einem gro\u00dfen Netzwerk von Experten zu verschaffen, die in der Lage sind, qualitativ hochwertige italienische Produkte herzustellen. Die Exportzahlen beweisen dabei die Qualit\u00e4t des internationalen Markenzeichens \u201eMade in Italy\u201c: Die Exporte der Lebensmittel- und Getr\u00e4nkeindustrie beispielsweise erreichen einen Wert von 40 Billionen Euro. Zudem ist Italien in Europa der gr\u00f6\u00dfte Hersteller von M\u00f6beln und Accessoires sowie der zweitgr\u00f6\u00dfte Exporteur von Maschinen im Euroraum \u2013 bei der Ausfuhr an au\u00dfereurop\u00e4ische L\u00e4nder belegt das Land hierf\u00fcr sogar die Spitzenposition. Und dank seiner St\u00e4rke in Forschung und Innovation liegt Italien in der EU auf Platz 5 f\u00fcr die Lieferung von Hightech- und Mediumtech-Produkten und auf Platz 6 f\u00fcr Designanwendungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Einzigartigkeit des Markenzeichens \u201eMade in Italy\u201c ist dabei auf den kulturellen und k\u00fcnstlerischen Reichtum des Landes zur\u00fcckzuf\u00fchren. Dies wird nicht nur durch die Touristenstr\u00f6me, sondern auch durch die UNESCO anerkannt: Laut der Organisation liegt Italien auf dem ersten Platz f\u00fcr die Zahl der St\u00e4tten, die als Weltkulturerbe gelten. Zusammen mit kultureller Bedeutung k\u00f6nnen daher Strategie und Innovation \u2013 entgegen aller Klischees \u2013 neue Perspektiven f\u00fcr das <em>Bel Paese<\/em> er\u00f6ffnen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Als deutsches Unternehmen in Italien: die Erfahrung von Datenberg<\/h2>\n\n\n\n<p>Mit Blick auf unterschiedliche Unternehmenskulturen gibt es allerdings f\u00fcr deutsche Unternehmen so manches zu beachten, wie das M\u00fcnchner Startup <a href=\"\/en\/ecosystem\/map\/datenberg-gmbh\/\">Datenberg<\/a> berichtet. Im Rahmen des <a href=\"https:\/\/ec.europa.eu\/growth\/tools-databases\/eliit_de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eEuropean Light Industries Innovation and Technology (ELIIT) Project\u201c<\/a> kam es mit dem italienischen Garnhersteller Pecci Filati aus Prato bei Florenz in Kontakt. Das KMU besch\u00e4ftigt circa 55 Mitarbeiter und wird von Roberta Pecci gef\u00fchrt. Die Textiltechnik hat eine jahrhundertelange Tradition in der Region Prato, ist jedoch in den letzten Jahren stark geschrumpft. Die Abwanderung der Textilfertigung in Billiglohnl\u00e4nder ging einher mit einem Fokus auf anspruchsvolle und innovative Produkte. So fertigt Pecci Filati nichtlineares Garn in kleinen Losgr\u00f6\u00dfen, welches von der Modewelt eingesetzt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen von ELIIT war es die Aufgabe von Datenberg, die Produktion datenbasiert zu optimieren. Hierf\u00fcr suchten die M\u00fcnchner nach den gr\u00f6\u00dften Optimierungspotenzialen und \u00fcberlegten, wie der Mensch an der Anlage unterst\u00fctzt werden kann. Dazu setzte das Startup seine eigens entwickelte Analyseplattform Smartplaza ein, welche bereits in Industrien wie dem Karosseriebau oder der Gummiherstellung angewendet wird. Dabei konnte Datenberg einiges \u00fcber die verschiedenen Unternehmenskulturen lernen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Ciao oder Hello<\/strong><br>Wie in jedem Land gibt es auch in Italien Menschen, die Fremdsprachen beherrschen oder eben nicht. Bei Pecca Filati beispielsweise spricht die Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Englisch, der Rest des Teams jedoch nicht. Dadurch kann es dazu kommen, dass Prozesse durch den n\u00f6tigen Zwischenschritt der \u00dcbersetzung an Geschwindigkeit und Effizienz verlieren.<\/li><li><strong>Italienischer Pragmatismus<\/strong><br>Themen wie Datensicherheit und Geheimhaltung k\u00f6nnen in Italien etwas pragmatischer gehandhabt werden, als es in Deutschland oft der Fall ist. So hat Datenberg beispielsweise Videos der Produktionsanlagen von Pecca Filati \u00fcber Youtube zur Verf\u00fcgung gestellt bekommen.<\/li><li><strong>Deutsche P\u00fcnktlichkeit<\/strong><br>Bei Vor-Ort-Terminen kann es durchaus vorkommen, dass Termine nicht genau eingehalten werden \u2013 allerdings l\u00e4sst sich die Wartezeit gut mit etwas Espressi \u00fcberbr\u00fccken. Bei Onlinekonferenzen hingegen zeigt auch die italienische Seite einen Hang zur P\u00fcnktlichkeit.<\/li><li><strong>Urlaub Im August<\/strong><br>F\u00fcr Projektpl\u00e4ne sollte man beachten, dass in Italien der August ein starker Urlaubsmonat ist. Dieses Sommerloch ist deutlich ausgepr\u00e4gter als etwa in Deutschland. Gibt es etwas zu regeln muss man auf den September warten.<\/li><li><strong>Freude an der Arbeit<\/strong><br>Was Datenberg besonders \u00fcberzeugt hat, ist die Freude an der Arbeit von den italienischen Kollegen. Denn da sich das deutsche Team nicht direkt mit seinem technischen Ansprechpartner unterhalten kann, schneidet dieser Videos auf Italienisch mit Untertiteln \u00fcber Produktionsmaschinen. Dies zeigt Wertsch\u00e4tzung und Motivation \u2013 auch ohne direkte Kommunikation.<\/li><\/ol>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als eine der wichtigsten Industrie-Nationen der Welt und Mitglied der EU ist Italien ein nat\u00fcrlicher Expansionsmarkt f\u00fcr deutsche Startups. Dank seiner eigenen starken Startup-Szene sind die Unternehmen im Land zudem bereits mit der Zusammenarbeit mit Startups vertraut. Worauf man beim Markteintritt jedoch achten sollte, erkl\u00e4rt die Italienische Handelskammer M\u00fcnchen-Stuttgart (ITALCAM) in unserer Reihe \u201eGoing Global\u201c.<\/p>","protected":false},"author":33,"featured_media":72194,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1091,5133,1083],"tags":[4047,4280],"class_list":["post-72189","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-good-to-know","category-how-to","category-startup-stories","tag-going-global","tag-italien"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.1.1 - https:\/\/yoast.com\/wordpress\/plugins\/seo\/ -->\n<title>Going Global: Italien bietet zahlreiche Kunden aus den verschiedensten Sektoren - Munich Startup<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Worauf man beim Markteintritt in Italien achten sollte, erkl\u00e4rt die Italienische Handelskammer M\u00fcnchen-Stuttgart (ITALCAM) in unserer Reihe \u201eGoing Global\u201c.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/72189\/going-global-italien\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Going Global: Italien bietet zahlreiche Kunden aus den verschiedensten Sektoren - 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