{"id":43473,"date":"2018-12-21T16:00:38","date_gmt":"2018-12-21T15:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=43473"},"modified":"2018-12-18T15:14:52","modified_gmt":"2018-12-18T14:14:52","slug":"exporttag-bayern-2018-interview","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/43473\/exporttag-bayern-2018-interview\/","title":{"rendered":"Exporttag Bayern 2018: Startups sondieren Auslandsm\u00e4rkte"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\"><p><strong>Am 22. November 2018 fand in der IHK Akademie M\u00fcnchen der <a href=\"https:\/\/www.ihk-muenchen.de\/de\/Service\/Internationalisierung\/Exporttag\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Exporttag Bayern <\/a>statt. 250 Teilnehmer lie\u00dfen sich von den deutschen Auslandshandelskammern (AHKs) aus \u00fcber 70 L\u00e4ndern zu Auslandsm\u00e4rkten weltweit beraten. Auch zwei Startups aus M\u00fcnchen waren dieses Jahr dabei. Die Startups Spyra und Mr Beam Lasers gewannen je ein Freiticket beim Startup-Gewinnspiel Exporttag 2018 der IHK f\u00fcr M\u00fcnchen und Oberbayern. Christian Neugebauer, Referent im Bereich International, Industrie, Innovation und Mitglied der Startup Unit der IHK f\u00fcr M\u00fcnchen und Oberbayern sprach auf der Veranstaltung mit Marius Rudolf, Co-Founder, Business Development und Sales, <a href=\"\/en\/28496\/7-fragen-an-spyra\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Spyra<\/a> und Teja Philipp, Founder und CEO von <a href=\"\/en\/9998\/7-fragen-an-mr-beam\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mr Beam Lasers<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p><em>Ein Gastbeitrag von Christian Neugebauer, IHK M\u00fcnchen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Erz\u00e4hlt ein bisschen von Euch und Eurem Startup. Welches Produkt bietet Ihr an? Und vor allem: Wie kamt Ihr dahin, wo Ihr heute seid?\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marius Rudolf<\/strong>: Wir bei Spyra bauen Hightech-Wasserpistolen. Unser erstes Modell, die Spyra One, haben wir nach mehr als zwei Jahren Entwicklungszeit in diesem <a href=\"\/en\/38606\/spyra-startet-crowdfunding-kampagne-auf-kickstarter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sommer auf Kickstarter gelauncht<\/a>. F\u00fcr uns ein gro\u00dfer Meilenstein: Davor war es einfach nur eine interessante Idee, jetzt haben wir einen wasserdichten Proof of Concept. Denn Stand heute sind wir die erfolgreichste Kickstarter-Kampagne des Jahres 2018 und haben \u00fcber eine halbe Million US-Dollar damit eingenommen.<\/p>\n<p>Zu deiner Frage nach unserem Produkt: Wir nennen es \u201eWasserpistole\u201c, damit man in etwa wei\u00df, worum es geht &#8212; die Spyra One hat aber kaum noch etwas gemeinsam mit einer typischen Wasserpistole, wie man sie vom Kinderspielplatz kennt. Super Soaker zum Beispiel wirbt ja mit dem Slogan \u201eSoak them all &#8212; mach die anderen so nass wie m\u00f6glich\u201c. Das war uns zu langweilig \u2013 und so haben wir ein ganz neues Spielkonzept entwickelt.<\/p>\n<p>Die Spyra One verschie\u00dft einzelne Wasserprojektile und hat ein Display, mit dem Du genau z\u00e4hlen kannst, wie viele Schuss Du noch im Tank hast. Das Auff\u00fcllen und Pumpen, das fr\u00fcher den Spielfluss unterbrochen hat, gibt es nicht mehr &#8212; dank der eingebauten Wasserpumpe. Alles in allem haben wir einfach ein richtig sch\u00f6nes Spielzeug f\u00fcr erwachsene Leute gebaut.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43477\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_43477\" class=\"wp-caption aligncenter\" ><a href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-43477 size-medium\" src=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern-440x293.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern-440x293.jpg 440w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern-600x400.jpg 600w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern-768x512.jpg 768w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern-880x587.jpg 880w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Marius-Rudolf-IHK-Exporttag-Bayern.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_43477\" class=\"wp-caption-text\">Marius Rudolf von Spyra beim IHK Exporttag Bayern 2018. <br \/> \u00a9 Sebastian Widmann<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Teja Philipp<\/strong>: Unser Startup hei\u00dft Mr Beam Lasers. Wir bauen Laserschneideger\u00e4te f\u00fcr Heimanwender, Architekten, Schulen, K\u00fcnstler. Wir haben die Laserschneidetechnologie klein skaliert, dass sie einerseits bezahlbar ist und andererseits auf den Schreibtisch passt. Und als drittes, dass sie f\u00fcr den Benutzer auch einfach zug\u00e4nglich ist.<\/p>\n<p>Wie sind wir dahin gekommen? Ich habe urspr\u00fcnglich den ersten Laserschneider, es war mehr ein Gravierer, als Spa\u00dfprojekt f\u00fcr mich gebastelt. Mit einem 3D-Drucker habe ich mir die Teile gedruckt, das war einfach ein spannendes Ding. Dann kam mir im Jahr 2014 Kickstarter \u00fcber den Weg. Damals war das nur in den USA verf\u00fcgbar. Ich hatte aber einen Bruder, der dort gerade gearbeitet hat, daher konnte ich das wahrnehmen. Die Kampagne hat mir gezeigt, dass ein Markt f\u00fcr mein Produkt da sein muss.<\/p>\n<p>Ich habe mit dem Crowdfunding auch sehr viel \u00fcber den Markt gelernt. Und dar\u00fcber, was ich falsch gemacht habe. Dabei habe ich festgestellt, ich muss es nochmal neu machen, ich muss einen Bruch machen, ich muss das Ganze ein bisschen gr\u00f6\u00dfer aufziehen, ich muss Finanzierung suchen usw. Also habe ich angefangen, hier die \u00fcblichen Finanzierer durchzutelefonieren. Das war alles nicht so erfolgreich. Weil ich Geld brauchte, habe ich dann nochmals eine Kickstarter-Kampagne gemacht. Und da hat sich dann gezeigt, dass wir viel Richtiges gelernt haben, denn diese Kampagne war am Ende die am zweitbesten gefundete in Deutschland. Da haben wir eine knappe Million Euro eingesammelt, und das hat unsere Firma lange Zeit mit f\u00fcnf Mitarbeitern sehr gut getragen. Letzten Endes hat das auch Investoren \u00fcberzeugt, mit einzusteigen und uns ein gr\u00f6\u00dferes Wachstum zu erm\u00f6glichen. Mittlerweile sind wir zehn Mitarbeiter.<\/p>\n<p><strong>Wann habt Ihr begonnen, Euch mit dem Thema Internationalisierung zu besch\u00e4ftigen? Wie wichtig ist das Thema Internationalisierung momentan f\u00fcr Euch?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marius Rudolf<\/strong>: Besch\u00e4ftigt haben wir uns damit schon sehr fr\u00fch, weil eine Wasserpistole ja kein Produkt ist, das nur in Deutschland verkauft werden kann, sondern auch in anderen L\u00e4ndern. Wir wissen mittlerweile auch, welche Regularien wir einhalten m\u00fcssen, wenn wir in bestimmte L\u00e4nder verkaufen. Aber es sind nat\u00fcrlich nach wie vor viele rechtliche Herausforderungen damit verbunden. Ein Beispiel sind Zertifizierungen: Ein Produkt in Deutschland verkaufen zu d\u00fcrfen, zum Beispiel mit einem CE-Siegel, ist ja schon nicht ganz einfach. In anderen L\u00e4ndern ist das aber nochmal komplett anders. Die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden sind andere, und sie sprechen eine andere Sprache. In einigen Bereichen sind sie strenger, in anderen lockerer als in Deutschland. Das sind alles Dinge, in die man sich komplett neu reinarbeiten muss.<\/p>\n<p>Daher sind wir heute hier auf dem Exporttag Bayern, um mit Hilfe der IHK die richtigen Ansprechpartner zu finden, die uns bei diesen Schritten weiterhelfen k\u00f6nnen. Bei anderen Themen haben wir weniger Herausforderungen. Der Vertrieb beispielsweise l\u00e4uft gut &#8212; dank unserer Kickstarter-Kampagne haben wir jetzt schon einen guten Draht sowohl zu Wasserschlacht-Fans als auch zu m\u00f6glichen H\u00e4ndlern auf der ganzen Welt.<\/p>\n<p><strong>Teja Philipp<\/strong>: Zu sp\u00e4t. Wir sind da ein bisschen naiv rangegangen. Damals 2014 mit den Baus\u00e4tzen war es relativ einfach, da das Produkt einen Wert von weniger als 1.000 Euro hatte. Das hei\u00dft, wir mussten keine Ausfuhranmeldung beim Zoll machen und konnten das Produkt ohne gro\u00dfen Aufwand exportieren. Auch die Garantie-Handhabung war bei einem Bausatz relativ einfach. Bei unserer letzten Kickstarter-Kampagne im Jahr 2015 haben wir dann ein fertiges Produkt verschickt, das einen Wert von mehr als 1.000 Euro hatte. Deswegen m\u00fcssen wir f\u00fcr jedes Ger\u00e4t, das wir ins Ausland schicken, eine Ausfuhranmeldung machen. Das ist ein b\u00fcrokratischer Overhead, der uns \u00fcberrascht hat. Es gibt nat\u00fcrlich Dienstleister daf\u00fcr, aber der Kostenfaktor ist gr\u00f6\u00dfer als erwartet. Dann sind wir gerade auch noch dabei, uns L\u00f6sungen auszudenken f\u00fcr Retouren, Reparaturen, etc. Dadurch dass es kein Bausatz mehr ist, ist auch das deutlich komplizierter geworden.<\/p>\n<h3>Gesucht: Absatzm\u00e4rkte, Zulieferer &amp; Fertigungspartner<\/h3>\n<p><strong>Welche Auslandsm\u00e4rkte sind f\u00fcr Euch interessant? Sucht Ihr Absatzm\u00e4rkte oder Zulieferer?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marius Rudolf<\/strong>: Beides ist f\u00fcr uns wichtig. Als starker Absatzmarkt sind vor allem die USA interessant. Bei den Zulieferern sind wir momentan noch nach Deutschland orientiert, da wir hier die erste Pilot-Produktion gestartet haben. Wir sind aber zum heutigen Stand der Meinung, dass mittelfristig kein Weg daran vorbeif\u00fchrt, unser Produkt in Asien produzieren zu lassen. Nicht einmal wegen geringerer Lohnkosten &#8212; die sind zwar wichtig, aber tats\u00e4chlich ist Osteuropa schon teilweise g\u00fcnstiger als Asien. Der gro\u00dfe Vorteil in Asien ist, dass man dort alle Teile in einer \u00fcberschaubaren Lieferzeit bekommt. Im Elektronik-Sektor gibt es spezielle Teile, die hierzulande 50 bis 60 Monate Lieferzeit haben, das geht gar nicht. In China sieht die Welt ganz anders aus. Man geht zwei Stra\u00dfen weiter und bekommt die Komponenten direkt vor Ort. Das H\u00e4ndlernetz ist dort sehr viel dichter.<\/p>\n<p><strong>Teja Philipp<\/strong>: Bei den Absatzm\u00e4rkten schauen wir momentan vor allem auf die Schweiz. Auch die Zulieferung aus dem Ausland ist f\u00fcr uns ein Thema. Auf der einen Seite beziehen wir bereits gewisse Komponenten aus Asien. Das ging bisher relativ reibungslos. G\u00e4ngige Plattformen wie Taobao oder Alibaba funktionieren ganz gut und nehmen einem auch sehr viel ab, bis hin zum Versand direkt vor die Haust\u00fcr mit Abwicklung aller Zollformalit\u00e4ten und Hafenkantenkosten. Ansonsten schauen wir gerade nach Fertigungspartnern in Osteuropa, weil wir hier in Deutschland aufgrund von Fachkr\u00e4ftemangel an Kapazit\u00e4tsgrenzen sto\u00dfen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_43479\" aria-labelledby=\"figcaption_attachment_43479\" class=\"wp-caption aligncenter\" ><a href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-43479 size-medium\" src=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern-440x293.jpg\" alt=\"\" width=\"440\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern-440x293.jpg 440w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern-600x400.jpg 600w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern-768x512.jpg 768w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern-880x587.jpg 880w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/Teja-Philipp-IHK-Exporttag-Bayern.jpg 1500w\" sizes=\"(max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><figcaption id=\"figcaption_attachment_43479\" class=\"wp-caption-text\">Teja Philipp von Mr Beam Lasers im Gespr\u00e4ch mit der AHK Schweiz. <br \/> \u00a9 Sebastian Widmann<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Eigener Anwalt vor Ort von Vorteil<\/h3>\n<p><strong>Bei welchen Themen der Internationalisierung greift Ihr auf externe Unterst\u00fctzung zur\u00fcck?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marius Rudolf<\/strong>: Wir versuchen in allen Bereichen inhaltlich m\u00f6glichst intensiv involviert zu sein &#8212; allein schon, weil wir sicherstellen wollen, dass alles mit dem hohen Anspruch umgesetzt wird, den wir an unsere Arbeit und unser Produkt haben. Das bedeutet aber nat\u00fcrlich nicht, dass wir alles auch selber machen. F\u00fcr die Produktion suchen wir aktuell noch einen Unterst\u00fctzer mit Erfahrung in der Produktion, der vor Ort in China in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden unsere Qualit\u00e4t kontrolliert, Stichproben macht und Endprodukte testet. In einzelnen Ziell\u00e4ndern werden wir uns mittelfristig Distributionspartner suchen, so dass wir uns auf die Kernm\u00e4rkte konzentrieren k\u00f6nnen. Ein weiteres Thema ist der Bereich Legal. Vor allem in rechtlich komplizierten M\u00e4rkten wie den USA kommen unweigerlich Themen wie Produkthaftung oder Steuern auf den Tisch &#8212; da ist ein eigener Anwalt vor Ort ein gro\u00dfer Vorteil. Auch f\u00fcr Patentfragen arbeiten wir mit Anw\u00e4lten zusammen, die sich mit der Gesetzgebung im jeweiligen Land auskennen.<\/p>\n<p><strong>Teja Philipp<\/strong>: Beim Kundensupport. Dadurch dass wir jetzt keinen Bausatz mehr anbieten, sondern ein komplettes Ger\u00e4t, haben wir eine K\u00e4uferschicht erreicht, die deutlich weniger ausgebildet ist. Dies betrifft vor allem die Sprache: Die Leute, die damals auf Kickstarter kauften, konnten Englisch, also war das zun\u00e4chst kein Problem. Mittlerweile exportieren wir aber in 48 L\u00e4nder. Das hei\u00dft, Leute auf der ganzen Welt sehen sich unser Produktvideo an und denken: Super, ich kann beispielsweise damit im saudi-arabischen Hinterland meine Holzschilder gravieren. Leider bemerken sie erst sp\u00e4ter, dass unser Produkt ein englisches User-Interface zur Bedienung hat. Die Leute rufen dann bei uns an, k\u00f6nnen kaum Englisch oder Deutsch, und m\u00f6chten gerne einen Kunden-Support haben. Das stellt uns schon vor Herausforderungen. Eine L\u00f6sung w\u00e4re, dass wir unsere Anleitung in andere Sprachen \u00fcbersetzen. Da gibt es mittlerweile auch sch\u00f6ne Services, die schnell und kosteng\u00fcnstig sind. Viel wichtiger ist es aber, Verst\u00e4ndnisprobleme zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Wir haben festgestellt, dass bestimmte Zielgruppen ganz andere Verst\u00e4ndnisprobleme haben als andere Gruppen. Ein Architekt beispielsweise kennt sich grob mit Lasercuttern aus und wei\u00df, dass es einen Zusammenhang zwischen der Geschwindigkeit, der Laserintensit\u00e4t und dem Schnittergebnis gibt. Wenn ich aber jetzt jemanden habe, der als Hobby seine Brotzeit-Brettl gravieren will und \u00fcberhaupt keine Ahnung von der Physik hat, kommen wir teilweise an Probleme, an die wir vorher noch nie gedacht haben. Wir hatten mit solchen User-Gruppen auch bisher nicht viel Kontakt gehabt. Diesen Personen m\u00fcssen wir eine Hilfe an die Hand geben. Man kann viel machen mit Youtube-Videos, aber auch die muss man machen. Zudem ist es gar nicht so einfach den Sachverhalt darzustellen ohne dazu zu sprechen. Ein anderer Bereich, in dem externe Unterst\u00fctzung f\u00fcr uns hilfreich sein k\u00f6nnte, ist die Zertifizierung unseres Ger\u00e4ts. Was sind die technischen Vorgaben? Welche Pr\u00fcfstellen m\u00fcssen wir anlaufen? Auch R\u00fccknahme-Regelungen f\u00fcr Elektro-Altger\u00e4te sind ein Thema. Innerhalb der EU ist das ja gl\u00fccklicherweise einigerma\u00dfen homogen geregelt, aber wenn es beispielsweise in Nicht-EU-L\u00e4ndern wie Norwegen oder der T\u00fcrkei ist, dann gibt es dort sicher eine bestimmte nationale Regelung.<\/p>\n<p><strong>War der Exporttag Bayern heute hilfreich f\u00fcr Euch?<\/strong><br \/>\n<strong><br \/>\nMarius Rudolf<\/strong>: Die Gespr\u00e4che mit den AHKs waren toll als erstes Kennenlernen: Wir haben jetzt einen Ansprechpartner, eine Email-Adresse, eine Handy-Nummer und ein Gesicht dazu. Es ist immer wesentlich leichter, mit den Leuten in Kontakt zu treten, wenn man sie schon mal pers\u00f6nlich kennen gelernt hat. Was wir bis jetzt besprochen haben, war sehr interessant und macht mich zuversichtlich. Die n\u00e4chsten Schritte werden jetzt in den n\u00e4chsten Wochen folgen.<\/p>\n<p><strong>Teja Philipp<\/strong>: Ja, es war auf jeden Fall hilfreich. Das dringendste Thema f\u00fcr uns war die Schweiz, weil das einfach ein sehr attraktiver Markt ist, mit zahlungskr\u00e4ftigen Kunden. Mir war bisher nicht bewusst, dass es tats\u00e4chlich so kompliziert ist, in die Schweiz zu liefern. Ich muss auch sagen, da war ich wieder etwas naiv. Ich bin einmal durch Konstanz gelaufen und habe gesehen, dass es an der Grenze reihenweise diese Paket-Services gibt. Ich dachte mir: OK, die Schweiz ist nicht in der EU, und da gibt es an der Grenze nat\u00fcrlich etwas zu tun, wenn man rein- oder rausliefern will. Tats\u00e4chlich ist es aber wohl so, dass Schweizer sich eine Adresse in Deutschland anmieten, um sich dort ihre Pakete privat zustellen zu lassen. Beispielsweise f\u00fcr den Fall, dass ein Online-Shop nicht in die Schweiz versendet &#8212; was auch bei Amazon lange Zeit so war. Im Gespr\u00e4ch mit der AHK Schweiz wurde nun klar, dass diese Paket-Services allerdings nicht daf\u00fcr geeignet sind, um als Firma da unsere gesamten Lieferungen und Retouren durchzuschieben. Daf\u00fcr brauchen wir tats\u00e4chlich eine andere L\u00f6sung. Diese Problematik hatte ich bei der Schweiz bisher nicht auf dem Schirm, weil das Land ja sonst relativ eng an anderen EU-Regulierungen dran ist.<\/p>\n<p><strong>Vielen Dank f\u00fcr das Interview.<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p>Was braucht Ihr, um erfolgreich im Ausland durchstarten zu k\u00f6nnen?<br \/>\nMacht mit bei der Umfrage Startup International der IHK f\u00fcr M\u00fcnchen und Oberbayern: <a href=\"http:\/\/bit.ly\/ihk-startupinternational\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/bit.ly\/ihk-startupinternational<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/18-51-229_Umfrage-Startup-International_WEB.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-43496 size-full\" src=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/18-51-229_Umfrage-Startup-International_WEB.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"156\" \/><\/a><\/p>\n<p>F\u00fcr alle Fragen rund ums Auslandsgesch\u00e4ft steht Euch der <a href=\"https:\/\/www.ihk-muenchen.de\/international\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bereich International, Industrie, Innovation der IHK f\u00fcr M\u00fcnchen und Oberbayern<\/a> und die <a href=\"https:\/\/www.ihk-muenchen.de\/startup\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">IHK-Startup Unit<\/a> mit Rat und Tat zur Seite.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 22. 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