{"id":24842,"date":"2017-07-20T15:34:51","date_gmt":"2017-07-20T13:34:51","guid":{"rendered":"http:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/?p=24842"},"modified":"2020-10-07T14:05:25","modified_gmt":"2020-10-07T12:05:25","slug":"portraet-kaia-health","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/en\/24842\/portraet-kaia-health\/","title":{"rendered":"Portr\u00e4t: Kaia Health bek\u00e4mpft Volkskrankheit R\u00fcckenschmerzen"},"content":{"rendered":"<div class=\"entry-content\"><p><strong>R\u00fcckenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer Eins in Deutschland. Um diesem Problem zu begegnen, gibt es unterschiedliche L\u00f6sungsans\u00e4tze. Der wirkungsvollste Umgang mit R\u00fcckenschmerzen besteht jedoch in einem an die Schmerzen angepassten, aber aktiven Lebensstil.\u00a0 Das M\u00fcnchener Startup <a href=\"\/en\/ecosystem\/kaia-health-software-ug\/\">Kaia Health<\/a> hat eine digitale Therapie gegen R\u00fcckenschmerzen entwickelt. Erstmalig gibt es die sogenannte multimodale Therapie in App-Form.<\/strong><\/p>\n<p>Die Zielgruppe von Kaia sind nicht nur die 80% der Bev\u00f6lkerung, die mindestens einmal im Leben unter R\u00fcckenschmerzen leiden. Es sind auch nicht allein die 5-10% davon, die dauerhaft Schmerzen haben. Im Fokus des M\u00fcnchner Startups stehen ebenfalls Unternehmen, die das Problem R\u00fcckenschmerz bek\u00e4mpfen wollen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnder von Kaia, <a href=\"\/en\/24554\/muenchner-kopf-konstantin-mehl\/\">Konstantin Mehl und Manuel Thurner, sind nicht ganz unbekannt in der M\u00fcnchner Gr\u00fcnderszene<\/a>. Gemeinsam bauten sie bereits Foodora auf. Nachdem sie Anfang Juni\u00a0 2017 bei Foodora komplett ausgestiegen sind, k\u00f6nnen sie sich nun ihrem bereits 2016 gegr\u00fcndeten Startup Kaia Health widmen.<\/p>\n<h3>Zusammenspiel mit Versicherungen und \u00e4rztlichen Behandlern<\/h3>\n<p>Bereits bei Foodora machten die beiden Gr\u00fcnder gute Erfahrung mit dem Vertrieb, sowohl\u00a0 B2B als auch B2C. <strong>Konstantin<\/strong> erl\u00e4utert:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Gro\u00dfe Unternehmen und Versicherungen kommen auf uns zu, weil R\u00fcckenschmerzen in allen Industrienationen der #1 Arbeitsunf\u00e4higkeitsgrund sind. Das ist doch unglaublich! Da leben wir in einem hochindustrialisierten Land wie Deutschland und gegen R\u00fcckenschmerzen bekommt die medizinische Versorgungslandschaft von mir eher eine wohlwollende 3- im Schulnotensystem.\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Der Seriengr\u00fcnder sieht Vorteile darin, dass ein Startup flexibler Wegbereiter sein und gleichzeitig\u00a0 die Kooperation mit der Regelversorgung suchen kann. So ist Kaia Health Teil eines gro\u00dfen, mit\u00a0 5,2 Mio. Euro gef\u00f6rderten Forschungsprojekts, gemeinsam mit der AOK Bayern und der TU M\u00fcnchen.<\/p>\n<h3>Goldstandard &#8212; ohne Wartezeiten &amp; ohne Kostenlawine<\/h3>\n<p>Zusammen mit dem Schmerzzentrum der TU M\u00fcnchen haben die Gr\u00fcnder den &#8222;Goldstandard der R\u00fcckenschmerztherapie&#8220;, die multimodale Schmerztherapie, digitalisiert. Diese Art der Therapie\u00a0 ist eine Alternative zu einer Operation. Allerdings\u00a0 wird sie selten von Krankenkassen \u00fcbernommen und ist mit bis zu 15.000 Euro recht teuer. Wartezeiten von bis zu zwei Jahren auf einen Therapieplatz machen die Kaia-App, bei der man sofort lostrainieren kann, umso attraktiver. K\u00fcnftig soll Kaia auch durch Kassen \u00fcbernommen werden.<\/p>\n<h3>Artifical Intelligence als Hauptfokus der Gr\u00fcnder<\/h3>\n<p>Fitness-Apps gibt es zuhauf, auch solche gegen R\u00fcckenschmerzen sind bereits am Markt. Und Kaia klingt auf den ersten Blick nicht so anders: F\u00fcr jeden Tag gibt es ein ganzheitliches Trainingsprogramm, bestehend aus Wissens-, Achtsamkeits- und K\u00f6rper-\u00dcbungen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Kaia-Home-Screen-iOS-Carousel-Mobile-News-Feed2.jpg\"><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-25807 size-medium\" src=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Kaia-Home-Screen-iOS-Carousel-Mobile-News-Feed2-440x440.jpg\" alt=\"kaia screen\" width=\"440\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Kaia-Home-Screen-iOS-Carousel-Mobile-News-Feed2-440x440.jpg 440w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Kaia-Home-Screen-iOS-Carousel-Mobile-News-Feed2-300x300.jpg 300w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Kaia-Home-Screen-iOS-Carousel-Mobile-News-Feed2-220x220.jpg 220w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Kaia-Home-Screen-iOS-Carousel-Mobile-News-Feed2.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wir haben Gr\u00fcnder Konstantin gefragt, wie sich ihr Startup von der Konkurrenz abhebt:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWir haben als weltweit einziger Anbieter den medizinischen USP mit dem Goldstandard der R\u00fcckentherapie. Und wir haben einen technischen USP durch die Integration von k\u00fcnstlicher Intelligenz. Wir Gr\u00fcnder sind fast nur mit unserem &#8218;AI lab&#8216; besch\u00e4ftigt.&#8220; <\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>K\u00fcnstliche Intelligenz f\u00fcr Auge und Hirn des digitalen Therapeuten<\/h3>\n<p>Diese technische Neuerung er\u00f6ffnet Nutzern von Fitness-Apps neue M\u00f6glichkeiten: \u00dcber Bewegungs-Tracking, das sogenannte &#8218;therapists eye&#8216;, werden \u00fcber das Smartphone Verbesserungen der Body-\u00dcbungen in Echtzeit m\u00f6glich sein.<\/p>\n<p>Das &#8218;therapists brain&#8216; wei\u00df dank k\u00fcnstlicher Intelligenz (AI) wie die \u00dcbungen, basierend auf der Krankheitsgeschichte der Patienten und der \u00dcbungs-Performance, am besten aufgebaut sein sollen. Und auch Kunden wie gro\u00dfe Versicherungen profitieren von Kaias &#8218;AI lab&#8216;.<\/p>\n<p>Ein Pluspunkt bei der Produktentwicklung ist sicher auch, dass Konstantin genau wei\u00df, wovon er spricht: Seine \u201eSchwachstelle\u201c sei sein R\u00fccken, meint er, und sagt:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Wir bauen ja im Endeffekt die App f\u00fcr mich, damit ich nicht mehr zum Arzt rennen muss. Ich bleibe bei Kaia dran, weil ich merke, dass es mir hilft und das Training mit relativ wenig Zeitaufwand meine R\u00fcckenschmerzen im Zaum h\u00e4lt.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Vor einigen Jahren war er dank einer multimodalen Therapie nur knapp an einer Wirbels\u00e4ulen-Operation vorbeigekommen. Und heute nutzt der junge Unternehmer Kaia selbst aktiv 3-4 Mal pro Woche, beispielsweise nach einer l\u00e4ngeren Autofahrt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20.png\"><img decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-25805 aligncenter\" src=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20-440x246.png\" alt=\"kaia body exercise\" width=\"440\" height=\"246\" srcset=\"https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20-440x246.png 440w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20-600x336.png 600w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20-768x430.png 768w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20-880x493.png 880w, https:\/\/cms.stage.munich-startup.gmbh\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/body-exercise-5-20.png 1196w\" sizes=\"(max-width: 440px) 100vw, 440px\" \/><\/a><\/p>\n<h3>Ist der deutsche Markt bereit f\u00fcr digitale Pharma-Startups?<\/h3>\n<p>Kaia Health will also viel mehr, als nur eine Fitness-App auf den Markt bringen. Die Gr\u00fcnder sehen sich eher als digitales Pharmaunternehmen. Etwas, das auf dem deutschen Gesundheitsmarkt noch nicht angekommen ist. Konstantin schildert das so:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eIn Deutschland gibt es sehr gute Mediziner, die versuchen, medizinisch korrekte Angebote auf den Markt zu bringen. Dann gibt es da noch die zweite Gruppe, die Internet-Unternehmer, die eine Fitness-App bauen. Die Kombination aus beiden Ans\u00e4tzen fehlt.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Investoren verwechseln Kaia oft mit einer Fitness-App und vereinfachen das Unternehmen auf \u201aIhr seid also ein Freeletics f\u00fcr R\u00fcckenschmerzen&#8216;. Anders sieht es in Amerika, Asien und auch anderswo in Europa aus. Der Gr\u00fcnder erg\u00e4nzt:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eDort gibt es digital health Investoren, die den Sektor sehr gut verstehen. Die sehen uns eher wie eine Pharmafirma, die halt keine Tabletten entwickelt, sondern Apps. Diese Investoren verstehen auch, dass wir klinische Studien machen und Datenschutz ein gro\u00dfes Thema ist. Nat\u00fcrlich verstehen diese Investoren auch, dass wir viel mehr Geld und Zeit brauchen, um eine digitale Therapiefirma aufzubauen, als f\u00fcr eine Fitness- oder Wellness-Firma.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Nichtsdestotrotz hat das M\u00fcnchner Startup bereits eine erste Seedrunde mit 720.000 Euro im vergangenen Jahr abgeschlossen. Nicht zu vergessen das F\u00f6rderprojekt des Bundesausschusses \u00fcber 5,2 Mio. Euro gemeinsam mit anderen Konsortialpartnern.<\/p>\n<h3>Als reine Wellness-App kommt man nicht weit<\/h3>\n<p>Und auch die f\u00fcr so viele Med-Tech Startups schwierige Anerkennung als Medizinprodukt haben die Gr\u00fcnder mit Hilfe externer Berater und dank des Arztes im Team \u2013 Dr. Stephan Huber als Chief Medical Officer \u2013 gemeistert. Trotzdem ist es aufw\u00e4ndig.<\/p>\n<p>Was an der Zertifizierung hinderlich ist und wieso es sich trotzdem lohnt erkl\u00e4rt Konstantin:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eNat\u00fcrlich beeinflusst das stark unseren Produktentwicklungsprozess, macht ihn langsamer und dokumentationsintensiver. Unsere Mission ist es aber eben, digitale Therapien zu entwickeln und da kommt man als reine Wellness-App nicht sehr weit. Wir haben ja auch klinische Studien am Laufen und arbeiten mit Versicherungen zusammen. W\u00fcrde alles nicht gehen ohne die notwendigen CE-Zertifizierungen.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Gro\u00dfe Spr\u00fcnge? Macht man im eHealth Bereich eher im Ausland<\/h3>\n<p>Gefragt nach der aktuell gr\u00f6\u00dften Herausforderung antwortet der erfahrene Gr\u00fcnder, dass es momentan eine schwierige Frage ist, ob und wie lange Kaia Health noch in Deutschland bleiben soll. Denn Asien und die USA\u00a0 sind wesentlich reifere M\u00e4rkte bez\u00fcglich digitaler Therapien. In Boston, dem medizinische Hotspot in den USA, gibt es bereits ein B\u00fcro. Hier gehen viele Anfragen gro\u00dfer Unternehmen ein. Ein asiatischer Investor ist ebenfalls mit an Bord und dort winken einige Pilotprojekte.<\/p>\n<h3>Wer schnell skalieren m\u00f6chte braucht gl\u00fcckliche User!<\/h3>\n<p>Bei Foodora hatten Manuel und Konstantin gezeigt, wie ein Startup Fahrt aufnehmen kann. Daher wollten wir wissen, ob sie bei Kaia auch eher auf\u00a0 schnelle Expansion setzen. Konstantin erkl\u00e4rt:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWenn wir mit Kaia schnell skalieren wollen, m\u00fcssen wir vor allem das Produkt immer besser machen. Im Schnitt kennt jeder Mensch ca. f\u00fcnf Leute, die auch R\u00fcckenschmerzen haben. Das hei\u00dft: Wenn wir unsere bisherigen User supergl\u00fccklich machen, wird unser Wachstum enorm sein.\u201c <\/em><\/p><\/blockquote>\n<h3>Erfolgsfaktor Team<\/h3>\n<p>Deshalb fokussieren sich die Gr\u00fcnder im Moment insbesondere darauf. Und nat\u00fcrlich auf den Dauerbrenner bei M\u00fcnchner Startups: Gutes Personal zu finden. Schlie\u00dflich braucht ein erfolgreiches Unternehmen neben einem guten Produkt au\u00dferdem ein gutes Team. Konstantin formuliert es so:<\/p>\n<blockquote><p><em>&#8222;Ein Weltklasse-Team ohne Kompromisse. Das hei\u00dft: Ohne Team-Mitglieder, denen die Mission nur halb wichtig ist. Jeder Kaianer muss 100% von unserer Mission \u00fcberzeugt sein.&#8220;<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Da bleibt zu hoffen, dass bei Kaia die aktuell 18 Mitarbeiter ihre Mission gegen die R\u00fcckenschmerzen weiterhin erfolgreich vorantreiben. Und dass sich der deutsche Markt f\u00fcr eHealth-Innovationen weiter \u00f6ffnet. Egal, ob es um die Gesetzgebung oder die Investoren-Offenheit geht.<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>R\u00fcckenschmerzen sind die Volkskrankheit Nummer Eins in Deutschland. Um diesem Problem zu begegnen, gibt es unterschiedliche L\u00f6sungsans\u00e4tze. 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