Capsyra und Ewigbyte, darunter Dr. Ina von Haeften, Co-Founder & Head of Operations von Ewigbyte (2. v. li.) Aurélie Jaubin (li.), Ruben Tacq und Bert Vinckier (re.) von Capsyra
© Ewigbyte / Capsyra

Ewigbyte kooperiert mit Capsyra

Ewigbyte entwickelt gemeinsam mit dem belgischen Unternehmen Capsyra eine Infrastruktur für langfristige Datenspeicherung auf Glasbasis. Vorgestellt wurde die Kooperation auf der CyberSec Europe 2026 in Brüssel.

Daten in Glas speichern, dauerhaft und ohne Energieverbrauch: Dafür arbeitet Ewigbyte, Deeptech-Startup aus der Münchner Startup-Szene, künftig mit dem belgischen Unternehmen Capsyra zusammen. Die Unternehmen präsentierten ihre Kooperation auf der CyberSec Europe 2026 in Brüssel. Ziel ist eine Infrastruktur für langfristige Datenspeicherung, die gegen Manipulation und Cyberangriffe abgesichert sein soll.

Ewigbyte entwickelt eine Speichertechnologie, bei der Daten mithilfe von Ultrakurzpulslasern dauerhaft in Glas geschrieben werden. Nach Angaben des Unternehmens benötigen die Datenträger nach dem Schreibvorgang keine Energie mehr und sollen physisch vom Netz getrennt bleiben. Capsyra ergänzt die Technologie um verschlüsselte Archivierungs- und Prüfmechanismen.

Auf der Messe zeigte Ewigbyte Glasproben mit gespeicherten Daten, die sich laut Unternehmen mithilfe eines Mikroskops und handelsüblicher QR-Code-Reader auslesen lassen. Capsyra erreichte den dritten Platz beim Wettbewerb „Best Cybersecurity Innovation Europe Award 2026“.

Speicherung für langfristige Archive

Das belgische Startup Capsyra wurde erst 2025 gegründet und entwickelt Systeme zur langfristigen Datenarchivierung. Die gespeicherten Daten sollen sich unabhängig von einzelnen Plattformen oder Cloud-Anbietern überprüfen lassen.

Ewigbyte positioniert seine Technologie als Alternative zu klassischen Bandspeichern für Langzeitarchive. Das Unternehmen bezeichnet die Glasdatenträger als physisch vom Netz getrennt. Dadurch sollen Daten weder aus der Ferne gelöscht und auch nicht durch Ransomware verschlüsselt werden können.

Ab Anfang 2027 wollen die Unternehmen erste KundInnen über die Plattform von Capsyra an die gemeinsame Infrastruktur anbinden. Zielgruppe sind zunächst Organisationen mit langfristigen Archivierungs- und Dokumentationspflichten, darunter Forschungseinrichtungen, Kultureinrichtungen sowie Betreiber kritischer Infrastruktur.

Fokus auf europäische Infrastruktur

Beide Unternehmen sehen ihre Technologie als europäische Alternative zu großen Cloud-Anbietern. Hintergrund seien unter anderem strengere regulatorische Anforderungen innerhalb der Europäischen Union, etwa durch die NIS2-Richtlinie und den Cyber Resilience Act.

Ina von Haeften, Mitgründerin und Head of Operations von Ewigbyte, sagt:

„Wir bauen die fehlende Dauerhaftigkeitsebene für Europas Dateninfrastruktur.“

Ruben Tacq, CEO und CTO von Capsyra, ergänzt:

„Daten sollten mit derselben Ernsthaftigkeit geschützt werden wie unersetzbare physische Vermögenswerte.“

Ewigbyte gehört zu mehreren Deeptech-Startups aus dem Raum München, die an Infrastrukturtechnologien für Datenspeicherung und Cybersicherheit arbeiten. Nach eigenen Angaben baut das Unternehmen derzeit ein Netzwerk aus Technologie- und Infrastrukturpartnern in Europa und den USA auf.

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Saskia Müller

Nach zwei erfolgreichen eigenen Gründungen und einer langjährigen Tätigkeit in der Presse- und Medienlandschaft verstärkt Saskia nun die Redaktion von Munich Startup.

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