Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?
Dominic Preiß, CEO und Co-Founder: Die Suche nach einem wirklich passenden Restaurant, einer guten Bar oder einem neuen Café ist heute oft unnötig kompliziert. Das sehen wir nicht nur bei uns selbst, sondern haben es auch von vielen Bekannten gespiegelt bekommen. Gerade in neuen Städten fällt es vielen schwer, wirklich gute und relevante Restaurants, Bars oder Cafés zu finden.
Am Ende läuft es oft ähnlich: Man schaut bei Instagram, sucht auf Google Maps weiter und fragt zusätzlich noch Freunde nach Empfehlungen. Gleichzeitig ist das Vertrauen in anonyme Bewertungen auf Plattformen wie Google Maps bei vielen nicht mehr besonders hoch.
Hier setzen wir mit Localee an. Wir bauen eine Social Discovery App, die echte Empfehlungen, Beiträge, soziale Signale und lokale Orientierung an einem Ort zusammenbringt. Ein besonders wichtiger Punkt für uns ist dabei, dass man auch sehen kann, was das eigene Umfeld tatsächlich empfohlen, besucht oder bewertet hat. Denn gerade bei Entscheidungen wie Restaurants, Bars oder Cafés sind Empfehlungen von Freunden und Bekannten oft am wertvollsten.
Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?
Dominic Preiß: Wir verbinden Social Discovery mit echter lokaler Einordnung. Bei uns geht es nicht nur darum, irgendeinen Ort auf einer Karte zu finden, sondern auch zu verstehen, warum er relevant ist, wer dort war und ob er wirklich zum eigenen Geschmack passt. Dazu kommt, dass Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld eine viel stärkere Rolle in der eigenen Wahrnehmung spielen als auf klassischen Bewertungsplattformen.
Genau das ist für uns der entscheidende Unterschied: Orte werden nicht nur angezeigt, sondern durch sozialen Kontext deutlich greifbarer. Mit Funktionen wie personalisierter Suche, Empfehlungen auf Basis des eigenen Umfelds und künftig auch intelligenteren Vorschlägen wollen wir genau diese Art von Discovery deutlich besser machen.
Die Idee hinter der Gründung von Localee
Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?
Dominic Preiß: Der Auslöser war für mich ein Problem, das ich selbst sehr gut kannte und auch ständig aus meinem Umfeld erlebt habe. Immer wieder gab es diese Situation: Man will mit Freunden oder Bekannten essen gehen und überlegt ewig, in welches Restaurant man eigentlich gehen soll. Der eine schaut bei Instagram, der andere bei Google Maps, und zusätzlich fragt noch jemand Freunde nach Empfehlungen – und trotzdem bleibt die Entscheidung oft unnötig schwer.
Dieses Verhalten hat mich irgendwann nicht mehr losgelassen. Mir wurde klar, dass es zwar überall Empfehlungen gibt, diese aber selten so zusammenkommen, dass eine Entscheidung wirklich leichter wird. Aus dieser Beobachtung heraus kam mir die Idee zu Localee.

Herausforderungen beim Aufbau und Blick nach vorn
Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?
Dominic Preiß: Nicht ans Aufgeben, aber definitiv Momente, in denen wir gemerkt haben, wie hart Produktaufbau wirklich ist. Wir hatten oft ein sehr klares Bild davon im Kopf, wie Localee am Ende aussehen und funktionieren soll – und mussten in der Umsetzung trotzdem immer wieder merken, wie viele Schleifen, technische Hürden und offene Entscheidungen dazwischenliegen.
Es gab Phasen, in denen die Weiterentwicklung deutlich länger gedauert hat, als wir erwartet hatten, und wir das Gefühl hatten, eher langsamer als schneller voranzukommen. Gerade in solchen Momenten habe ich gemerkt, wie schnell der eigene Perfektionismus auch ausbremsen kann. Gleichzeitig war für uns aber immer klar: Das Problem ist real und genau deshalb lohnt es sich, weiterzumachen.
Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?
Dominic Preiß: Wenn Localee in München und auch in weiteren Städten wirklich Teil des Alltags geworden ist. Also wenn Menschen die App nicht nur spannend finden, sondern sie ganz selbstverständlich nutzen, um neue Orte zu entdecken, Empfehlungen zu teilen und sich an ihrem Umfeld zu orientieren. Wenn daraus echte Nutzung, echte Wiederkehr und echte Relevanz entstehen, dann wissen wir, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
Infobox
Localee wurde 2025 von Michael Gratz, Faisal Mohammadi und Dominik Preiß gegründet. Gemeinsam haben sie TriMndTec aufgebaut, die Firma hinter Localee. Die drei kannten sich bereits aus dem beruflichen Umfeld. Irgendwann wurde aus vielen Brainstorming-Sessions der konkrete Entschluss, zusammen ein eigenes Business zu starten.
Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?
Dominic Preiß: Ja, auf jeden Fall. München ist für uns ein starker Startpunkt, weil die Stadt eine lebendige Gastro-, Café- und Barszene hat und gleichzeitig genug Dynamik für neue digitale Produkte bietet. Dazu kommt, dass wir selbst aus München kommen und das Nutzerverhalten hier sehr gut kennen. Für Localee war das genau die richtige Umgebung, um zu starten.
Munich Startup: Perfektion oder Geschwindigkeit?
Dominic Preiß: Heute ganz klar: Geschwindigkeit. Am Anfang war ich deutlich perfektionistischer und wollte das Produkt so lange optimieren, bis es sich wirklich fertig anfühlt. Genau das hat uns aber auch ausgebremst. Wir haben selbst gemerkt, wie schnell man Gefahr läuft, zu lange intern zu feilen, statt mit echten Nutzern zu lernen.
Deshalb ist Geschwindigkeit für mich heute wichtiger. Gerade bei einem Produkt wie unserem bringt Perfektion wenig, wenn man zu lange im stillen Kämmerlein baut. Man muss früh Feedback einholen und verstehen, was für Nutzer wirklich relevant ist.