Foto: Alpspitz Energy GmbH

Furo: Software für Batteriespeicher

Batteriespeicher gelten als Schlüssel der Energiewende, doch ohne intelligente Steuerung bleibt viel Potenzial ungenutzt. Das Münchner Startup Furo entwickelt eine Plattform für Planung, Monitoring und Vermarktung von Speichern im gewerblichen und industriellen Bereich. Mitgründerin Lena Sophia Voß erklärt im Interview, warum Software zur entscheidenden Infrastruktur wird.

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Lena Sophia Voß, Mitgründerin: Gewerbe- und Industriebetriebe investieren heute in Batteriespeicher und wissen trotzdem nicht, was die Anlage gerade macht, ob sie rentabel ist oder wie sie mehr Geld damit verdienen könnten. Planning läuft in Excel, Betrieb über Insellösungen, Vermarktung gar nicht. Das kostet Rendite und Vertrauen in die Technologie. Wir lösen das mit einer End-to-End-Plattform: von der Wirtschaftlichkeitsrechnung vor der Investition bis zur automatisierten Vermarktung im laufenden Betrieb.

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Lena Sophia Voß: Wir verbinden drei Module, die sonst niemand zusammen anbietet: Wirtschaftlichkeitsplanung, Betriebsmonitoring und Flexibilitätsvermarktung – in einer Plattform, speziell für gewerbliche und industrielle Speicher. Keine andere Lösung denkt den gesamten Lifecycle eines C&I-Batteriespeichers durch. Unsere Kunden, darunter die Deutsche Bahn, Enpal und Sonnen, bekommen eine gesamtheitliche Softwarelösung für ihre Speicher.

Energie als Bottleneck der KI

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Lena Sophia Voß: Wir haben alle drei am CDTM studiert und waren danach in den USA mitten im KI-Boom bei Google, Apple und KI-Startups. Was wir dort gelernt haben: Das größte Bottleneck für KI ist nicht Compute, sondern Energie. Rechenzentren weltweit laufen gegen Kapazitätsgrenzen und das macht klar, dass die eigentliche Herausforderung der Energiewende nicht die Erzeugung ist. Das Problem ist, dass wir erneuerbare Energie nicht verbrauchen, wenn sie produziert wird. Batteriespeicher sind die Antwort darauf. Aber Hardware allein reicht nicht: Ohne Software, die diese Speicher intelligent managt und vermarktet, bleibt das Potenzial ungenutzt. Genau diese Software gab es für Gewerbe und Industrie nicht, also haben wir sie gebaut.

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Lena Sophia Voß: Nein. Noch nicht. Das Problem ist zu real, der Markt zu groß. Wir sind gerade erst am Anfang.

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Lena Sophia Voß: Wir sind bereits auf dem richtigen Weg, das zeigen uns über hundert zahlende Kunden, die unsere Planungsplattform heute aktiv nutzen und die ersten realisierten Speicherprojekte im Live-Betrieb. In einem Jahr wollen wir sehen, dass alle Kunden den gesamten Softwarestack – Planung, Live-Betrieb und Vermarktung – über Furo abwickeln. Der Markt ist da. Die Nachfrage ist da. Jetzt geht es um Geschwindigkeit.

„Kaum ein besserer Startpunkt in Europa“

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Lena Sophia Voß: Ja, wegen des CDTM und eines der stärksten Startup-Ökosysteme Deutschlands. Aber vor allem, weil wir hier alles haben, was es braucht: Endkunden aus Industrie und Energie, ein dichtes Investorennetzwerk und Talente, die beides verstehen: Technik und Business. Für ein Unternehmen wie Furo gibt es kaum einen besseren Startpunkt in Europa.

Munich Startup: Fokus oder Diversifikation?

Lena Sophia Voß: Fokus. Immer. Wir bauen die erste Flexibilitätsplattform für gewerbliche und industrielle Batteriespeicher in Europa.

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