Foto: Playfolio UG

Playfolio: Mit Gaming zum Vermögensaufbau

Gaming trifft Fintech: Das 2025 gegründete Startup Playfolio verwandelt In-App-Käufe in automatisierten Vermögensaufbau. Co-Founder Damian Breu erklärt, wie aus einem Mobile Game ein Bafin-reguliertes Investmentprodukt wurde und warum die Community für sie so wichtig ist.

Munich Startup: Für welches Problem bietet ihr eine Lösung?

Damian Breu, Co-Founder: Menschen, durchschnittlich 38 Jahre alt, geben in Deutschland jährlich rund drei Milliarden Euro für toxische In-App-Käufe in Mobile Games aus. Das Geld ist danach einfach weg. Gleichzeitig bleibt der eigene Vermögensaufbau auf der Strecke, weil klassische Broker und ETFs auf viele EinsteigerInnen zu trocken, kompliziert oder schlicht langweilig wirken. Wir lösen dieses Problem durch Impact Entertainment. Mit Playfolio wandeln wir Pay-to-Win in Play-to-Wealth um. In unserer App pflegen die NutzerInnen ein digitales Haustier, das sogenannte FinPet. Das Besondere: Die In-Game-Käufe fließen nicht ins Leere, sondern automatisiert in ein eigenes Bafin-reguliertes Depot. Wir machen Investieren so einfach und motivierend wie ein Casual Game.

Munich Startup: Was könnt nur ihr Stand heute?

Damian Breu: Unser größter Unfair Advantage ist die technische und regulatorische Brücke, die wir gebaut haben. Die Kombination von funktionierenden Gaming-Mechaniken mit dem stark regulierten deutschen Kapitalmarkt ist ein absoluter Albtraum für jeden, der das machen möchte. Wir haben das rechtliche Setup, die Compliance und die API-Schnittstellen, sowie ein ganzes Gameplay nach gefühlten Ewigkeiten Tüftelei geschafft. Daraus ist eine Wealth Engine entstanden, die sich sehen lassen darf. Wir bringen das Engagement der Gaming-Welt mit der Sicherheit der Finanzwelt zusammen.

Ein Produkt von Gamern für GamerInnen

Munich Startup: Was war der Auslöser für die Gründung?

Damian Breu: Der Schmerz über verbranntes Geld. Wir sind selbst Gamer und wissen, wie gut die Psychologie hinter In-App-Käufen funktioniert. Das Team selbst hat genug Geld in Spielen gelassen und sich gefragt, ob es nicht woanders besser angelegt gewesen wäre. Es fühlte sich einfach falsch an, dass dieses massive Potenzial nur für virtuelle Skins oder Extra-Leben verheizt wird. Wir wollten ein Produkt von Gamern und Anlegern für GamerInnen und AnlegerInnen bauen. Ein Spiel, bei dem man kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man Geld ausgibt, weil man im Hintergrund effektiv in die eigene Zukunft investiert.

Munich Startup: Gab es einen Moment, in dem ihr ans Aufgeben gedacht habt?

Damian Breu: Als Startup an der Schnittstelle zu Banken und der BaFin rennt man naturgemäß oft gegen Wände. Es gab Phasen im regulatorischen Setup, in denen die Hürden unüberwindbar schienen. Aber genau in diesen Momenten hat uns der Support von außen getragen. Ein riesiger Push war für uns die offizielle Förderung durch die Landeshauptstadt München. Und als wir jetzt auf Startnext live gegangen sind und innerhalb kürzester Zeit unseren ersten Meilenstein von 5.000 Euro geknackt haben, wussten wir endgültig: Der Markt will dieses Produkt genau so sehr wie wir.

Playfolio als Einstieg ins Investieren

Munich Startup: Woran würdet ihr in einem Jahr erkennen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid?

Damian Breu: Daran, dass hunderte, wenn nicht tausende junge Menschen ihr allererstes Depot über Playfolio eröffnet haben und wir sehen, dass ihre reale Sparquote wächst, während ihr virtuelles FinPet im Level steigt.

Munich Startup: Würdet ihr wieder in München gründen und warum?

Damian Breu: Definitiv! München hat ein extrem starkes B2B- und Fintech-Ökosystem und mit Institutionen wie Strascheg oder dem Fraunhofer-Umfeld ein massives Tech-Netzwerk. Vor allem aber spüren wir gerade extrem, wie gut die Stadt junge GründerInnen auch aktiv unterstützt. Ohne die Crowdfunding-Förderung der Stadt München, die uns bei unserer aktuellen Startnext-Kampagne hilft, wären wir heute nicht da, wo wir sind.

Munich Startup: Perfektion oder Geschwindigkeit?

Damian Breu: Wir machen Fintech und Gaming, also beides. Wenn es um das Geld unserer Nutzer, die Sicherheit des Depots und die Regulatorik geht: 100 Prozent Perfektion. Da gibt es keine Kompromisse. Wenn es aber um das Game-Design und neue Features geht: Geschwindigkeit. Unsere Alpha-Version ist gerade frisch draußen, definitiv noch buggy, aber wir wollen das Spiel gemeinsam mit unserer Community weiterentwickeln.

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