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KI, Drohnen, Cybersecurity: EU startet milliardenschwere Defence-Offensive für Startups

Noch fünf Tage lang können sich europäische Defence- und Dual-Use-Startups für den Eudis Business Accelerator der Europäischen Union bewerben. Ausgewählte Unternehmen erhalten bis zu 120.000 Euro Förderung sowie direkten Zugang zu InvestorInnen, IndustriepartnerInnen und militärischen EndnutzerInnen.

120.000 Euro Förderung ohne Unternehmensanteile abgeben zu müssen? Was zunächst wie ein Traum klingt, kann für einige Startups nun Wirklichkeit werden. Die EU adressiert mit ihrem Programm Eudis Business Accelerator, bei dem ausgewählte Unternehmen neben der finanziellen Förderung auch einen direkten Zugang zu InvestorInnen, IndustriepartnerInnen und militärischen EndnutzerInnen bekommen, gezielt ein Segment, das im europäischen Startup-Ökosystem lange als unterfinanziert galt. Während in den USA Milliarden in Defencetech fließen, versucht Europa nun, eigene sicherheitsrelevante Technologien und Lieferketten strategisch aufzubauen.

EU setzt stärker auf europäische Defence- und Dual-Use-Startups

Der Eudis Business Accelerator ist Teil der europäischen Verteidigungsinitiative Eudis (EU Defence Innovation Scheme) und wird von der Europäischen Kommission unterstützt. Ziel ist es, innovative Startups schneller in den europäischen Verteidigungsmarkt zu integrieren und gleichzeitig technologische Abhängigkeiten von außereuropäischen Anbietern zu reduzieren.

Das Programm richtet sich an Startups und Scaleups aus den EU-Mitgliedsstaaten sowie Norwegen, die Technologien mit Verteidigungs- oder Dual-Use-Anwendungen entwickeln.

Zu den technologischen Schwerpunkten des Programms zählen unter anderem Künstliche Intelligenz und Systeme zur taktischen Entscheidungsunterstützung, autonome Systeme und Robotik, Counter-Drone-Technologien, Cybersecurity-Lösungen sowie resiliente Infrastruktur und moderne Fertigungstechnologien für den Verteidigungsbereich.

Gerade KI- und Robotik-Startups aus München könnten damit künftig stärker in europäische Sicherheitsprogramme eingebunden werden. Das Münchner Ökosystem zählt bereits heute zu den wichtigsten deutschen Standorten für AI-, Deeptech- und Aerospace-Startups.

Bewerbungsschluss am 30. Mai: 20 Startups pro Kohorte gesucht

Das Accelerator-Programm läuft über acht Monate. Pro Kohorte werden 20 Startups aufgenommen, insgesamt sollen 2026 zwei Kohorten mit zusammen 40 Unternehmen stattfinden.

Teilnehmende Startups erhalten:

  • bis zu 120.000 Euro Förderung ohne Unternehmensanteile abzugeben
  • mehr als 300 Stunden individuelles Coaching
  • Zugang zu Test- und Simulationsumgebungen
  • europaweite Bootcamps
  • Kontakte zu InvestorInnen, IndustriepartnerInnen und VerteidigungsakteurInnen

Zusätzlich sind Bonuszahlungen für besonders erfolgreiche Teams vorgesehen.

Die Bewerbungsfrist für die aktuelle Runde endet bereits am 30. Mai 2026. Interessierte Startups haben damit nur noch wenige Tage Zeit, ihre Unterlagen einzureichen.

Defencetech gewinnt auch in Deutschland an Bedeutung

Das europäische Interesse an Defencetech ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Spätestens seit dem russischen Angriff auf die Ukraine wächst der politische Druck, technologische Souveränität und europäische Verteidigungsfähigkeiten auszubauen.

Parallel dazu verändert sich auch die InvestorInnenlandschaft. Internationale Venture-Capital-Fonds investieren zunehmend in europäische Defence- und Security-Startups. In Deutschland galt der Bereich lange als schwierig finanzierbar, unter anderem wegen regulatorischer Unsicherheiten und ESG-Debatten.

Inzwischen entstehen jedoch verstärkt spezialisierte Fonds, neue Beschaffungsprogramme und europäische Förderinitiativen. Der Eudis Business Accelerator ist Teil dieser Entwicklung.

Warum das Programm für Münchner Startups relevant ist

Für Münchner Deeptech-Startups könnte das Programm strategisch interessant werden. Die Region verfügt mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen KI, Robotik, Aerospace, Cybersecurity und Industrieautomation über zahlreiche Technologien mit möglichem Dual-Use-Potenzial.

Zudem gewinnt die Zusammenarbeit zwischen Startups, Industrie und öffentlichen AuftraggeberInnen im Sicherheitsbereich europaweit an Bedeutung. Programme wie Eudis sollen dabei helfen, den oft schwierigen Zugang zu regulatorischen Strukturen und Verteidigungsmärkten zu erleichtern.

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Bernd Heppel

Bernd Heppel ist Online- und Multimedia-Redakteur bei Munich Startup. Er verfügt über mehr als zehn Jahre Erfahrung in digitalem Journalismus, Social Media, Content-Produktion und PR– unter anderem beim Burda Verlag und bei der Bavaria Fiction.

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