Celonis Context Model
© Celonis

Celonis übernimmt Ikigai Labs

Celonis übernimmt Ikigai Labs und erweitert die Partnerschaft mit Coupa. Das Münchner Software-Decacorn baut seine Plattform damit um Prognosen, KI-gestützte Prozesssteuerung und Entscheidungsintelligenz aus.

Celonis übernimmt das amerikanische KI-Unternehmen Ikigai Labs und baut gleichzeitig seine Zusammenarbeit mit Coupa aus. Zudem stellt das Münchner Decacorn mit dem „Celonis Context Model“ eine neue Technologie vor, die KI-Systemen mehr Unternehmenskontext liefern soll.

Mit den drei Maßnahmen verfolgt Celonis ein gemeinsames Ziel: KI-Anwendungen sollen nicht mehr nur Geschäftsprozesse analysieren, sondern operative Abläufe zunehmend eigenständig steuern und optimieren.

Celonis ist bislang vor allem für Process Mining bekannt. Unternehmen analysieren mit der Software Geschäftsprozesse auf Basis von Unternehmensdaten, um ineffiziente Abläufe zu erkennen. Künftig will das Startup diesen Ansatz stärker um Prognosen, Simulationen und KI-gestützte Entscheidungen erweitern.

Celonis baut KI-Plattform aus

Mit der Übernahme von Ikigai Labs holt sich Celonis zusätzliche Kompetenzen in den Bereichen Machine Learning, Simulation und Prognosemodellierung ins Unternehmen. Die Technologie von Ikigai Labs basiert laut Celonis auf Forschungsarbeiten des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Im Zuge der Übernahme soll das MIT Anteilseigner von Celonis werden.

Nach Angaben des Unternehmens unterstützte Ikigai Labs bereits große Unternehmen dabei, Planungs- und Prognosezyklen etwa in Lieferketten zu verkürzen. Zusätzlich erhält Celonis exklusive Rechte an mehreren vom MIT lizenzierten Patenten.

Im Zentrum der neuen Plattformstrategie steht das sogenannte „Celonis Context Model“. Nach Darstellung des Unternehmens fehlt vielen KI-Systemen bislang der notwendige operative Kontext, um Geschäftsprozesse realistisch abzubilden und belastbare Entscheidungen zu treffen. Das neue Modell soll diese Lücke schließen, indem es Daten aus unterschiedlichen Unternehmenssystemen zusammenführt und in Echtzeit verarbeitet.

Carsten Thoma, Präsident von Celonis, sagt:

„Mit Ikigai Labs erweitern wir unsere Plattform: weg von der Transparenz darüber, wie Firmen heute arbeiten, hin zu der Fähigkeit zu verstehen, wie Prozesse künftig funktionieren könnten.“

Partnerschaft mit Coupa erweitert

Eine der ersten Anwendungen des neuen Ansatzes entsteht gemeinsam mit Coupa. Die Integration verbindet die Ausgabendaten der Coupa-Plattform mit der Process-Intelligence-Technologie von Celonis. Einkaufs-, Finanz- und Lieferkettenteams sollen dadurch Beschaffungsprozesse besser analysieren und automatisieren können. Die Lösung wird künftig über den Coupa App Marketplace verfügbar sein.

Unternehmen sollen laut den beiden Firmen unter anderem Ursachen für Wertverluste, ineffiziente Abläufe oder Liquiditätsabflüsse schneller erkennen. Außerdem wollen Celonis und Coupa Prozesse wie Rechnungsabgleich, Zahlungsmanagement und Beschaffung stärker automatisieren.

Die sogenannten Navi AI Agents von Coupa erhalten dafür zusätzlichen Geschäftskontext aus den Unternehmensprozessen von Celonis. KI-Agenten sollen dadurch Geschäftsprozesse besser verstehen und autonomer ausführen können.

Dan Brown, Chief Product and Engineering Officer bei Celonis, sagt:

„Indem wir Celonis Process Intelligence mit der Coupa-Plattform verbinden, erhalten KI-Agenten den operativen Kontext, den sie für wirksame autonome Arbeit brauchen.“

Darüber hinaus integriert Celonis seine Plattform mit weiteren Technologie- und KI-Anbietern wie AWS, Databricks, Oracle und Microsoft.

Wann die Übernahme von Ikigai Labs abgeschlossen wird, ist bislang offen. Sie steht noch unter den üblichen Abschlussbedingungen. Auf Rückfrage der Redaktion bestätigt Celonis, dass die rund 40 Beschäftigten von Ikigai Labs alle übernommen werden sollen. Zu finanziellen Details der Übernahme äußern sich die Unternehmen nicht.

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Saskia Müller

Nach zwei erfolgreichen eigenen Gründungen und einer langjährigen Tätigkeit in der Presse- und Medienlandschaft verstärkt Saskia nun die Redaktion von Munich Startup.

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