Deutschland zählt aktuell 2.903 aktive Greentech-Startups. Besonders stark entwickelt sich der Energiesektor: 675 Startups arbeiten an Lösungen für Energieerzeugung, Netzinfrastruktur und Speichertechnologien. München gehört dabei mit 222 Greentech-Startups zu den wichtigsten deutschen Ökosystemen hinter Berlin (549 Startups) und vor Hamburg (170 Startups).
Energie-Startups treiben Resilienz voran
Die Zahlen des Greentech Monitors 2026 des Startup-Verbands unterstreichen die Bedeutung junger Unternehmen für die Transformation der Wirtschaft. Allein im Jahr 2025 entstanden 107 neue Energie-Startups. 39 Prozent der Unternehmen entwickeln Technologien rund um Energiequellen und Energieträger, weitere 35 Prozent konzentrieren sich auf Netze und Speicher.
„Das Thema Energiesouveränität entscheidet, ob wir unsere Industrie halten, den Ausbau von IT-Infrastruktur stemmen und unabhängiger von globalen Schocks werden. Wir haben viele Gründerinnen und Gründer, die ihre Expertise einbringen und hier an nachhaltigen Lösungen arbeiten. Für unseren Wirtschaftsstandort ist es daher zentral, den Greentech-Sektor weiter zu stärken und die Dynamik zu befeuern“,
sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands.
Trotz der hohen Relevanz verliert die Gründungsdynamik an Tempo. Nachdem die Zahl der Neugründungen bis 2021 auf 545 pro Jahr gestiegen war, entstanden 2025 nur noch 312 neue Greentech-Startups. Der Report macht dafür politische Unsicherheiten und ein schwaches Investitionsklima verantwortlich.
Kapitalmangel bremst Wachstum
Vor allem bei der Finanzierung geraten deutsche Energie-Startups laut Report ins Hintertreffen. Zwischen 2021 und 2025 investierten GeldgeberInnen in den USA rund 46 Milliarden Euro in Energie-Startups, in Deutschland flossen im gleichen Zeitraum knapp sechs Milliarden Euro.
Dadurch fallen Finanzierungsrunden hierzulande deutlich kleiner aus. Der Monitor beziffert die Lücke auf rund 500 Millionen Euro pro Jahr, damit deutsche Energie-Startups mit US-Unternehmen mithalten könnten. Im gesamten Greentech-Sektor summiert sich das Defizit sogar auf mehr als eine Milliarde Euro jährlich.
„Deutschland hat die Technologien, die Teams und die Märkte – was uns fehlt, ist das Kapital. Gelingt es, diese Lücke zu schließen, gewinnen wir erhebliche Wachstumschancen im Greentech-Sektor und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit unserer etablierten Industrien. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der WIN-Initiative sowie von First-of-a-kind (FOAK)-Krediten im Rahmen des Deutschlandfonds sind hier ganz wichtige Schritte“,
erklärt Nils Aldag, Gründer & CEO Sunfire sowie Vorstand Startup-Verband.
Gleichzeitig bewerten 75 Prozent der befragten Greentech-GründerInnen Deutschland als attraktivsten Standort Europas. Im Vergleich zu den USA sind es immerhin 48 Prozent.
Den gesamten Greentech Monitor 2026 stellt der Startup-Verband auf seiner Website zur Verfügung.
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