Mit Aurio übernimmt Personio ein Münchner KI-Startup, das auf Recruiting-Automatisierung spezialisiert ist. Das Aurio-Team wechselt in die Produkt-, Engineering- und Design-Teams von Personio. Im Fokus stehen KI-Funktionen für Sourcing und Screening. Relevante KandidatInnenprofile sollen so automatisch identifiziert und eingehende Bewerbungen bewertet und priorisiert werden. Die finale Entscheidung trifft aber weiterhin der Mensch.
Personio wechselt in effizienzgetriebene Wachstumsphase
„Das Erreichen unseres ersten profitablen Quartals ist ein Meilenstein für Personio“,
so Hanno Renner, CEO und Mitgründer von Personio.
„Es bedeutet, dass wir unsere Innovationen aus unserem laufenden Geschäft heraus finanzieren können – unabhängig von externem Kapital. Das ist ein wichtiger Schritt, um ein resilientes Unternehmen aufzubauen und unseren Kunden die Sicherheit zu geben, dass wir langfristig an ihrer Seite stehen.“
Für das Münchner Startup-Ökosystem ist die Übernahme von Aurio relevant, weil eines der bekanntesten europäischen HR-Tech-Unternehmen damit vom reinen Wachstumskurs in eine effizientere, KI-getriebene Phase wechselt.
Recruiting-KundInnen als direkter Hebel
Personio richtet sich seit inzwischen über 10 Jahren mit seiner HR-Software vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen. In den vergangenen zwei Jahren hat Personio gezielte Entscheidungen getroffen, um Prozesse zu vereinfachen, schneller zu werden und näher an den KundInnen zu arbeiten. Laut Unternehmensangaben nutzen inzwischen 16.000 KundInnen die Plattform.
Bereits 9.000 KundInnen nutzen die Recruiting-Funktion von Personio. Das bringt gleich mehrere Vorteile mit sich. Zum einen hat Aurio damit einen direkten Integrationspfad in eine bestehende Kundenbasis, zum anderen können im Fall einer personellen Fehlbesetzung erhebliche Kosten – bis zu durchschnittlich 44.339 Euro in einem Unternehmen in Europa – eingespart werden.
Payroll wächst um 80 Prozent pro Jahr
Neben der Recruiting-Lösung sieht Personio auch die Anwendung Payroll als Wachstumstreiber. Das Geschäft wächst laut Unternehmen um 80 Prozent jährlich und zählt mehr als 1.500 KundInnen. Der europäische Payroll-Markt soll bis 2035 ein Volumen von knapp 23 Milliarden Euro (27 Milliarden US-Dollar) erreichen.
Personio verbindet den ersten Profitabilitäts-Meilenstein mit einem strategischen KI-Zukauf in München. Die Aurio-Übernahme stärkt besonders das Recruiting-Produkt und zeigt, dass KI im HR-Tech-Markt zunehmend nicht als Zusatzfunktion, sondern als Kernbestandteil von Workflows positioniert wird.
Personio gehört mit zu den Münchner Unicorns und prägt die Startup-Szene dementsprechend. Mehr dazu lest ihr hier.
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